Bahn unterschätzt Konkurrenz durch Fernbusse

Als vor einem Jahr die Fernbus-Branche durchstartete, kommentiere die Deutsche Bahn das noch mit „Kein Handlungsbedarf“. Diese Einstellung erwies sich allerdings als Fehler, denn waren es damals noch rund 1500 Fahrten pro Woche, sind es mittlerweile rund 5000. Auch die Linienanzahl ist gestiegen. Waren es vor einem Jahr noch knapp 60, sind es mittlerweile rund 140. Ein entscheidender Vorteil verhilft den Fernbussen offenbar zum Erfolg. Auch strukturschwache, ländliche Regionen und kleinere Städte werden bedient, wo mit der Bahn kein fortkommen wäre.

Aber die Bahn schläft nicht und führt neben ihrem altbekannten Preisargument gegenüber den Billigfliegern nun auch das Umweltargument gegenüber den Fernbussen an, um Kunden für sich zu bewerben. Auch die Politik hatte sich deutlich verkalkuliert, denn als der Fernbusmarkt geöffnet wurde, hieß es, dass ganz neue Nutzergruppen angesprochen werden, um die Bahn zu beschwichtigen. Tatsache aber ist: jeder dritte Fernbus-Fahrgast ist von der Bahn auf den Fernbus umgestiegen.

Wer allerdings in Zukunft im Fernbusmarkt halten wird, wird sich noch zeigen. Auch ist eines klar, die Kampfpreise sind auf Dauer für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zu halten. Foto: Paul Scharapow // Radio Hitwave