Jugendsender Joiz meldet Insolvenz an

Einigen mag aufgefallen sein, dass es seit August 2013 einen neuen TV-Sender namens ‚Joiz‘ gibt. Der Berliner Sender setzt auf Interaktivität mit Usern via Chat, Skype und Facebook und nennt sich selbst „Social TV“. Er besteht hauptsächlich aus Musikprogramm, interaktivem Livetalk mit Stars und Serien. Von Circus HalliGalli bekam die Redaktion den goldenen Umberto und außerdm einen Grimme-Preis verliehen. Nach nur einem Jahr gibt es nun schlechte Nachrichten vom Berliner Postbahnhof. Am Dienstag gab der Free-TV Sender bekannt, dass Antrag auf Sanierung zur Weiterführung des Unternehmens in Eigenverwaltung gestellt wurde. Was heißt das? Joiz hat das Insolvenzverfahren eröffnet, da die Produktions- und Personalkosten durch die Werbeeinnahmen nicht mehr gedeckt werden können. Zur Erklärung: In Deutschland ermittelt die GfK täglich die Quoten. Nicht jeder Haushalt wird dabei wahrgenommen, lediglich 5.000 in Deutschland, weshalb auch seitens der Landesanstalt für Medien Brandenburg viel Kritik zur Quotenmessung aufkam. Die Messungen seien nicht genau genug und Joiz biete einen Livestream per Internet an, bei dem die Quoten ebenfalls nicht gemessen werden können. Der Berliner Sender stammt aus der Schweiz, wobei die Schweizer Variante bereits große Erfolge feiern konnte und von der Insolvenz nicht betroffen sei.
Höchste Priorität ist es jetzt, so der Vorstandsvorsitzende der Joiz AG, alle 65 Arbeitsplätze zu erhalten.
Ab nächstem Jahr wird der Free-TV Sender in ein reines Web-TV Angebot umgewandelt. Ein genaues Datum ist unbekannt. Mittelfristig sieht Joiz keine Alternative im deutschen Free-TV und möchte eine Umstrukturierung vornehmen. In den letzten Monaten kam besonders auf der Facebook-Seite Kritik seitens der Zuschauer auf, dass das Programm laufend an Niveau verliere und viele gute Sendungen abgesetzt würden. Foto: Nico Nölken // Radio Hitwave