Deutsche sehen Islam als Bedrohung

Die Bertelsmannstiftung veröffentlichte heute einen Religionsmonitor, also eine Studie über die Religionen und die hat ergeben, dass immer mehr Deutsche den Islam als Bedrohung sehen. In NRW, wo einer Großteil der vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime wohnen, empfinden 46% der Befragten Personen den Islam als Gefahr und in Thüringen und Sachsen, also in Bundesländern, die kaum muslimische Bürger unter sich haben, sehen über 70% den Islam als Bedrohung an. Die Muslime selbst hingegen bzw. ein Großteil von ihnen sehen das ganz anders. 90% der Befragten halten die Demokratie für die richtige Regierungsform und neun von zehn pflegen freundschaftliche Kontakte zu Nicht-Muslimen. Die Einstellung der Deutschen verändert sich aber besonders mit dem Alter, das zeigte sich besonders bei den unter 25-jährigen, die sich wesentlich offener für andere Religionen zeigten, als die Generationen darüber. Die Studie basiert auf den Zahlen von 14.000 Befragten Personen aus dem Jahr 2013 plus 937 zusätzlich Befragte Personen aus dem Dezember 2014.

Foto: Gökmen Egritepe // Radio Hitwave

Stellungnahme von Chefredakteur Simon Brinkmann:

Es ist doch irgendwie befremdlich, dass Menschen, die täglich unter uns sind, für so viele Menschen als Bedrohung gesehen werden. Nur, weil sie eine andere Religion ausleben. Es gibt viele Menschen, die für viel Unheil in der Welt sorgen. Nicht zuletzt bei dem Terroranschlag auf die Redaktion in Paris. Diese Menschen sollten gefasst werden und eine gerechte Strafe bekommen. Aber dafür andere Menschen zu verurteilen, bloß weil sie der selben Religion angehören, sehe ich als falsch. Jeder Mensch ist gleich und hat die gleichen Rechte, aber auch Pflichten. Dazu gehört, sich auch menschlich zu verhalten.