Anschlag auf Krankenhaus in Kundus

Bei dem Versuch die Stadt Kundus von den Taliban zurück zu erobern, hat ein US-Militärflugzeug ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen getroffen. Dabei kamen mindestens 22 Menschen ums Leben. Unter den Toten befanden sich zwölf Mitarbeiter der Organisation und sieben Patienten.

Laut Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden noch 37 weitere Menschen verletzt. Ob der Bombenangriff ein Versehen war oder nicht, ist noch unklar. Der US-Verteidigungsminister sagte zu dem Vorfall, dass die US-Kräfte und die Taliban in der Nähe operiert hätten und jetzt alles lückenlos aufgeklärt werden soll.

Laut dem afghanischen Verteidigungsministerium sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffes Kämpfer der Taliban in der Klinik versteckt haben. Doch laut Aussagen der Taliban seien zu dem Zeitpunkt keine Kämpfer in der Nähe der Klinik gewesen. Ärzte ohne Grenzen hat derweil angekündigt, sich aus der Stadt zurückzuziehen und bezeichnete den Angriff als schweren Verstoß gegen Humanitäres Völkerrecht.

Beiden Parteien war außerdem der Standpunkt mehrfach übermittelt worden und nach Beginn des Angriffs wurde das Militär erneut kontaktiert. Trotzdem habe das Bombardement mehr als 30 Minuten gedauert. Sollte eine Untersuchung jetzt ergeben, dass das Krankenhaus absichtlich ins Visier genommen wurde, könnte der Vorfall ein Kriegsverbrechen darstellen. Foto: Madeleine Luhmann // Radio Hitave