Grundschulsterben in Deutschland

In Deutschland werden immer mehr Grundschulen geschlossen. Allein im Jahr 2014 wurden über 550 Einrichtungen geschlossen.
Vor allem in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern wird das Grundschulsterben voranschreiten. Davor warnt Udo Beckmann, der Vorsitzender des Lehrerverbands Bildung und Erziehung (VBE).
Die Gründe liegen hierbei laut den Schulleitern meist an fehlendem Geld und zurückgehenden Schülerzahlen.

Doch genau das Gegenteil ist zum Beispiel in der Gemeinde Perl der Fall. Die ländliche Gemeinde im Saarland, mit der direkten Grenze zu Luxemburg und Frankreich, hat zwei Schulstandorte und die Prognose zeigt, dass die Schülerzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Dennoch beschloss der Gemeinderat binnen zwei Wochen, dass der Zweitstandort der Gemeinde geschlossen wird, da beide Standorte ein renovierungsbedürftiges Gebäude besitzen. Laut einer Bürgerinitiative muss aber sogar mehr Geld in den Hauptstandort investiert werden, da dieses Gebäude knapp 40 Jahre älter ist als der Zweitstandort im Nachbarort. Trotzdem hält der Gemeinderat mit dem Bürgermeister an der Entscheidung fest.

Genau vor solchen voreiligen Entscheidungen warnte Beckmann. Er machte weiter klar, dass es kurzsichtig sei, Grundschulen zu schließen, da sich die Kommunen selbst damit schaden würden. Grundschulen sind für die Städte und Gemeinden wichtige ökonomische und soziokulturelle Standorte, sagte er im ZDF-Interview weiter.

Getreu dem Prinzip „Kurze Beine-Kurze Wege“ setzen sich immer mehr Bürger- und Lehrerinitiativen für die Erhaltung von Grundschulen ein, damit die Grundschüler keine langen Schulwege oder Busfahrten auf sich nehmen müssen.
Neben dem langen Schulweg führt die Grundschulschließung auch zur Erhöhung der Schülerzahlen in den Klassenverbänden, was ein gezieltes Lernen für die Kinder erschwert.

Die Hauptforderung der Bürger- und Lehrerinitiativen ist vor allem, dass man sich solche Entscheidungen gut überlegen solle und man nicht auf Kosten der Kinder handeln soll.

Foto: DALIBRI (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons