Ablehnung des Loveparade Prozesses

Laute Musik, viel Bass und viele Menschen auf der Straße: drei von vielen Merkmalen der Techno-Parade „Loveparade“. Doch am 24. Juli 2010 fand ein tragisches Unglück die Veranstaltung ein Ende: in Duisburg versammelten sich Hunderttausende Menschen um auf der „Loveparade“ zu feiern. Gegen Abend entstand unter anderem auf Grund von Planungsfehlern eine Massenpanik. Die Folgen: 21 Tote und über 500 Verletzte.

Nun sollte das Landgericht Duisburg die Schuldfrage klären, wer für diese Katastrophe verantwortlich ist. 
Schon Anfang 2011 nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf und weder der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland noch der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, gehörten dort zu den Verantwortlichen. Schon diese Entscheidung sorgte bei vielen Angehörigen und Bürgern für Kopfschütteln. Doch in dieser Woche kam die Überraschungsnachricht, die nicht nur für Angehörige der Opfer für Fassungslosigkeit sorgte. Das Landgericht Duisburg lehnt einen weiteren Prozess ab und erklärt, dass kein hinreichender Tatverdacht vorliege.

Diese Entscheidung beruht auf einem Gutachten, das der britische Sachverständiger Keith Still auf Anfrage der Staatsanwaltschaft anfertigte. Dieses Gutachten sei laut dem Landgericht „nicht verwertbar“ und besitze „gravierende inhaltliche und methodische Mängel“.

Die Staatsanwaltschaft reagierte sofort und bezeichnet das Handeln des Gerichtes als „rechtsfehlerhaft“. 
Nun können die Staatsanwaltschaft, beziehungsweise die Nebenkläger, eine sofortige Beschwerde einreichen, was dann zu einer Überprüfung des Urteils durch den Beschwerdesenat sorgt. Wird jedoch keine Beschwerde mehr eingereicht, steht das Urteil und es muss sich niemand für die Katastrophe verantworten.

Foto: Madeleine Luhmann // Radio Hitwave