Urteil nach Kindesmissbrauch in Flüchtlingsheim

Mitte März forderte ein Afghanischer Flüchtling in einem Flüchtlingsheim in Schleswig-Holstein einen vierjährigen Jungen aus dem Irak auf, ihm auf die Toilette zu folgen. Dort kam es anschließend zu einer sexuellen Straftat. Das Urteil: Zwei Jahre und vier Monate Gefängnis für den Täter und ein Freispruch für dessen Komplizen, der Schmiere stand.
 
Laut Medienberichten zeigte der Angeklagte im Prozess keinerlei Reue, sondern betonte mehrfach, was für ein Superstar er in seiner Heimat sei. Dort sei er ein bekannter Sänger und überhaupt nicht in der Lage, solch eine Tat zu verüben. Des weiteren habe er Alkohol getrunken (…). 
 
Das Urteil vom Donnerstag macht seither viele Menschen fassungslos. Die „Bild am Sonntag“ hatte in einem Artikel über das Urteil berichtet und die Begründungen von Gericht und Staatsanwaltschaft aufgefangen, welche die Empörung noch weiter anheizen. 
 
Oberstaatsanwaltes Axel Bieler sagte: „eine Vergewaltigung wird nur dann bestraft, wenn sie mit Gewalt oder Drohung von Gewalt durchgesetzt wurde. Davon gehe man in diesem Fall nicht aus“.
 
Auf die Frage weshalb die Strafe so gering sei, antwortete die Sprecherin des Landgerichtes in Kiel, dass keine schärfenden Gründe, wie Vorstrafen festgestellt wurden. Des weiteren wirkte sich seine Alkoholisierung mildern aus, genauso wie seine Haftempfindlichkeit. Laut der Sprecherin wurde er in Haft bereits mehrfach angegriffen und könne ja kein Deutsch. Dazu habe der Junge den Übergriff gut verkraftet.
 
Genau diese Worte sorgen seit dem Wochenende im Netz für Fassungslosigkeit und Unverständnis. Viele haben den Artikel mit Worten wie „dieses Urteil erfolgte nicht im Namen des Volkes“ kommentiert und auch Organisationen wie „Aktiv gegen Kindesmissbrauch“ zeigten sich Empört über das geringe Urteil und die Begründungen. 
 
Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig, da Staatsanwaltschaft und die Verteidigung muss derzeit eine Revision prüfen. Dies ist ein normaler Vorgang. Erst wenn das Urteil rechtens ist, kann der Flüchtlingsstatus des Mannes aberkannt werden und eine Abschiebung erfolgen. Foto: succo / pixabay.com