Air Berlin Kunden müssen lange warten

Der aktuelle Herbstferienbeginn bedeutet für viele Fluggäste vor allem lange Wartezeiten. Grund dafür sollen die zahlreiche Krankmeldungen, vor allem bei der Fluggesellschaft TUIFly, aber auch bei Air Berlin selber sein. Die Verunsicherung und Existenzängste bei den Besatzungen beider Airlines sind riesig.

Einst schluckte Air Berlin selbst eine Airline nach der anderen, wie dba und LTU, nun steht sie selbst vor dem Ende. Wirtschaftlich war es um Air Berlin nie schlechter bestellt, als heute. Etihad Airways, größter Geldgeber der Air Berlin, will nun Nägel mit Köpfen machen und treibt eine Zerschlagung des Konzerns voran. Ziel: Gesund schrumpfen.

Begonnen hatte der gesamte Prozess mit Verhandlungen zwischen AirBerlin und der Lufhansa. Geplant ist ein sogenanntes Wet-Leasing, bei dem die Flugzeuge samt Crew von Air Berlin geleast werden sollen. Im Gespräch sind 40 Maschinen vom Typ Airbus A319 und A320, die für die Tochter Eurowings (35 Stück ) und die Austrian Airlines (5 Stück) eingesetzt werden sollen. Laufen soll der Vertrag über sechs Jahre. Das größte Ziel von Lufthansa durch den Vertrag ist es wohl, die dadurch frei werdenden Zeitfenster für Starts und Landungen an den Großflughäfen zu übernehmen. Dadurch soll Eurowings zum drittgrößten Billiganbieter auf dem Europäischen Markt aufsteigen.

Ein zweiter Teil, die Feriensparte von Air Berlin, soll mit der TUIFly in eine neue Holding aufgehen, dessen Name noch nicht feststeht. Einbringen soll Air Berlin 35 Maschinen und die gesamte TUIFly Flotte mit 41 Fliegern. Außerdem soll die Holding sich dann auf das Punkt-zu-Punkt Geschäft zu beliebten Ferienzielen konzentrieren.

Bleiben sollen bei Air Berlin nur noch 75 Maschinen, an deren zwei Drehkreuzen Berlin-Tegel und Düsseldorf.

Für viele Mitarbeiter bedeutet die Umwandlung, dass Air Berlin bei dem gesamten Prozess gut 1200 Stellen streichen möchte. Und genau diese Verunsicherung und Angst der Mitarbeiter wird wohl auch in naher Zukunft weiterhin für Ausfälle und Verspätungen bei Air Berlin und TUIFly sorgen, denn Gewissheit gibt es erst, wenn die Behörden ihr Einverständnis zu den Plänen geben. Foto: Simon Brinkmann // Radio Hitwave