Gegen Datensammler: Jugendlicher baut eigenes Soziales Netzwerk

Foto: Yannick Rautenberg // Radio Hitwave

"Es werden keine Nutzerdaten weitergegeben" – verspricht der Konzern "Facebook" immer wieder. 1,86 Milliarden aktive Nutzer soll das Unternehmen haben, damit ist es das größte soziale Netzwerk weltweit. Und damit auch der größte Datensammler. Weil nicht klar ist, was mit den Daten passiert, hat der 16-jährige Jonas Fiedler aus Olpe sein eigenes Netzwerk entwickelt. Wie viele will er nicht hinnehmen, dass der Konzern seine Daten verkauft.

"Connect-friends" heißt es und soll vor allem eins sicher stellen: Datensicherheit. "Ich möchte eine Community haben, um mit meinen Freunden sicher zu kommunizieren", sagt Jonas im Hitwave-Gespräch. Vom Angebot unterscheidet sich die Plattform kaum von Facebook. Live-Chat, eine Chronik mit aktuellem Status, Fotos und ein Profil gibt es auch bei "Connect-friends".

Wer sich anmeldet, muss Freunde hinzufügen und das Netzwerk mit Inhalten füttern. Anders als bei Facebook ist der Umgang mit diesen Daten, so Jonas. "Die Daten werden sofort nach der Löschung des Accounts vom Server gelöscht und es wird nichts gespeichert", erklärt der 16-Jährige.

Beigebracht hat sich Jonas das Programmieren durch Bücher und Anleitungen. Anders als bei Facebook ist auch, dass Nutzer sich an der Entwicklung beteiligen können. Jonas versucht, Wünsche umzusetzen. Das ganze Angebot ist kostenlos. Mit dem Netzwerk will der junge Entwickler nicht reich werden, sagt er, "Meine Familie unterstützt mich darin und zahlt die Serverkosten". 

Aktuell steckt das Projekt noch in der Entwicklung. Deswegen sind viele Sicherheitsstandards noch nicht eingebaut, erklärt er im Gespräch. So sollen die Daten stärker verschlüsselt werden und das sei auch sein Hauptziel in der kommenden Phase, verspricht er. Außerdem müsse das System sicherer gegen Angriffe werden. Das Ziel: Ein eigenes, sicheres soziales Netzwerk.

Mit seiner Idee steht Jonas nicht alleine dar. Immer wieder entwickeln Gegner der großen Datensammler ihre eigenen Plattformen. So gibt es allein unter den Messengern viele Alternativen zum Beispiel zu WhatsApp. Problem dabei ist oft, dass der Freundeskreis mitziehen muss, damit sich der Effekt lohnt. 

Testen kannst Du Connect-Friends unter http://connect-friends.net