Gegen Verpackung: Gemüse wird „tattowiert“

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Wenn wir in den Supermarkt gehen und zum Beispiel eine Gurke kaufen wollen, sind die meisten Produkte in eine Plastikhülle eingepackt. Diese Hülle dient aber nicht nur zum Schutz, sondern auch zum Vergleich zwischen "normalen" Gurken und einer Biogurke. Damit die Kunden wissen, welche Gurke "Bio" ist, steht das auf dem Ettiket.

Allerdings wurden durch diese Unterscheidungsmerkmale im Jahr 2014 90.000 Tonnen Müll produziert und der Müll wird immer mehr. Dagegen gibt es jetzt eine neue Möglichkeit, die in Schweden und Norwegen bereits stark verbreitet ist. Außerdem zieht die Supermarktkette "Rewe" nach und bringt sie nach Deutschland.

Die Bio-Avocados und Bio-Süßkartoffeln werden "tättowiert". Die Produkte erhalten dann keine Plastikaufkleber mehr, sondern das Logo wird in die äußerste Schale eingelasert. 

"Ich hoffe, die Kunden erkennen, dass es keine Benachteiligung von Geschmack oder Qualität gibt. Nur die alleroberste Schalenfläche wird berührt, man könnte das Logo problemlos mitessen", erklärt Rewe-Sprecher Sandner. Der Konzern betont, dass dadurch keine Gesundheitsgefahr besteht.

Ab diesem Monat sollen die Produkte in den 800 Rewe- und Penny-Filialen eingeliefert werden, allerdings erst mal nur in Nordrhein-Westfalen. Viele Verbraucheschützer loben das Projekt, fordern aber einen Gesundheitstest. Da noch keine Tests durchgeführt wurden, werden erst mal die Obst-und Gemüsesorten bedruckt, die man ohne Schale isst.

Ähnliche Projekte gibt es schon, in diesen Supermärkten wird alles ohne Verpackungen verkauft. Dort gibt es Bio-Gummibärchen, Bio-Nüssen und vieles mehr. Die Produkte sind aus der Umgebung und befinden sich ohne Verpackung in den Behälter. Der Kunde bringt dann seine eigene Verpackung mit und kann sich die passende Menge abfüllen.

Ob auch "verpackungsfreier" Wurst- und Käseverkauf funktioniert, wird noch getestet. Diese Läden sind allerdings eher in Großstädten verbreitet und ähneln einem Tante-Emma-Laden. Daher sprechen sie vor allem Nostalgiker an.