Türken in Deutschland abgehört

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Beim Telefonieren, im Chat oder in der Mail – wir behalten unsere Nachrichten immer gern für uns. In Deutschland dürfen wir auch davon ausgehen, dass wir nicht abgehört werden. Abgehört wurden aber, wie es aussieht, Türken in Deutschland, die was mit der sogenannten Gülen-Bewegung zu tun haben. Das waren ja die, die der türkische Präsident Erdogan für den Putsch in der Türkei verantwortlich gemacht hat. 

Die Gülen-Bewegung gibt es in mehreren Ländern. Diese Vereinigung ist ein internationales Netzwerk. Und in Deutschland gibt es die Gülen-Bewegung eben auch. Die Vereinigung sagt von sich selbst, sie möchte Kulturen zusammen führen, sie möchte auch zum Beispiel die Einrichtung von Schulen fördern. Die Mitglieder der Bewegung sind ganz normale Menschen mit muslimischen Glauben, die sich sozial engagieren wollen. Es gab aber auch schon Aussteiger aus dieser Bewegung, die sie als Sekte bezeichnet haben. Die fühlten sich von der Gülen-Bewegung unter Druck gesetzt. Der türkische Präsident Erdogan nennt die Gülen-Bewegung sogar eine terroristische Vereinigung. Er glaubt daran, dass sie Schuld am Putsch in der Türkei war. Diese Vorwürfe hat die Gülen-Bewegung aber bisher stark zurückgewiesen. Begründet soll das Abhören durch den Geheimdienst allerdings laut deutschen Politikern nicht sein. Denn es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Gülen-Bewegung gefährlich sei. Die Bundesanwaltschaft ermittelt im Moment wegen Spionageverdacht gegen die Türkei. Es gibt auch schon einige Reaktionen von deutschen Politikern dazu. SPD-Fraktionschef Oppermann sagt zum Beispiel, dass es nicht in Ordnung sei, dass der türkische Geheimdienst in Deutschland irgendwelche Leute ausspioniert. Auch Thomas de Maizière sieht das so, hat auch schon mehrfach gesagt, dass Spionage auf deutschem Boden strafbar ist. Also: Große Empörung bei den deutsche Politikern zur Bespitzeln von Gülen-Anhängern.