Tschetschenien: „Homosexuelle sind schlimmer als Krieg“

Quelle: Kremlin.ru

Tschetschenien macht Jagd auf Homosexuelle: Schwule Männer wurden in den vergangenen Wochen in ein Geheimgefängnis verschleppt und gefoltert. Homosexuelle wurden auch im Namen der „Ehre“ von ihrer Familie ermordet.

Wie die Vereinten Nationen berichten, sei es zur Massenverschleppung von mehr als hundert Männern gekommen. Drei Menschen starben bei den Übergriffen. Tschetschenien ist eine autonome Republik, die im Süden Russlands liegt. Die Regierung wirft den Männern eine „nichttraditionelle sexuelle Orientierung“ vor. Offiziell wird Homosexualität von der Regierung verleugnet. Die Menschenrechtsbeauftragte des Landes erklärte, Homosexualität sei „schlimmer als Krieg“. Die Vereinten Nationen forderten Russland auf, Druck auf die Führung in Tschetschenien auszuüben.

Dem englischen „Guardian“ berichteten freigelassene Opfer, wie es ihnen in den Gefängnissen erging: „Sie sagten, wir seien Tiere und Nicht-Menschen — und dass wir hier sterben würden“, so der Ex-Gefangene Adam (Name geändert). Adam berichtet, er wurde in einer Art Konzentrationslager gefangen gehalten und sollte die Namen anderer Schwuler verraten. Wärter befestigten Metallkappen an seinen Fingern und Zehen, um dann Strom durch seinen Körper zu jagen. Er sei außerdem mit Holzlatten und Metallstangen verprügelt worden: „Sie haben sich in Runden mit dem Verprügeln abgewechselt.“

Tschetschenien ist islamisch geprägt und wird von Russland verwaltet. Der Regierungssprecher der Republik bezeichnete die Berichte bereits als „Lüge“. Schwule Männer gebe es im Land gar nicht — man könne daher auch keine Menschen verhaften oder töten, die nicht existieren.