Gerichtsurteil: Vergleichsportale müssen transparenter werden

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Wenn ihr eine eine Reise buchen, oder einen neuen Vertrag für euer Handy abschließen wollt, dann stellt sich die Frage, welcher Anbieter der günstigste ist. Das herauszufinden ist bei dem riesigen Angebot, das wir heutzutage haben, gar nicht so einfach. Um uns die Suche zu erleichtern, gibt es einige Vergleichsportale, die für uns die Tarife aller Anbieter vergleichen und uns den preiswertesten anzeigen. Doch es werden keineswegs alle Anbieter miteinander verglichen, sondern in der Regel nur diejenigen, die dem Vergleichsportal eine Provision zahlen. Grundsätzlich ist das nichts schlimmes, denn nur so lassen sich die Portale auch finanzieren. Es bedeutet allerdings, dass es Anbieter geben kann, die deutlich günstiger sind, als der, der laut dem Vergleichsportal am preiswertesten ist.  Darüber werden die Kunden aber meistens nicht ausreichend aufgeklärt.

Der Bundesverband der Bestatter klagt heute gegen eine Internetseite zum Preisvergleich von Bestattern. Sie fordern mehr Transparenz von dem Vergleichsportal. Denn auch dieses vergleicht keineswegs alle Anbieter, sondern nur zwischen 15 und 17 Prozent, diejenigen, die dem Portal eine Provision zahlen. Das soll die Website ihren Kunden klar mitteilen.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute hat letztes Jahr aus ähnlichen Gründen gegen das Unternehmen "Check24" geklagt. Das Landgericht München urteilte, dass die Kunden des Portals besser aufgeklärt werden müssen. Sollte das Urteil des BGH genau so lauten, wird dies wohl auch für die anderen Vergleichsportale gelten. 

Einige der Vergleichsportale wurden schon von großen Firmen übernommen. Verivox gehört seit Juni 2015 zu 80% der ProSieben-Sat.1 Gruppe, Idealo wurde schon 2006 zu 75% von der Axel Springer AG übernommen und Expedia wurde innerhalb von Microsoft gegründet.