Nach G20: Streit um Linksradikale und Rote Flora in Hamburg

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„Rechts vor Links“ heißt es an der Kreuzung. Die beiden Begriffe „rechts“ und „links“ werden aber vor allem dann genutzt, wenn es um Politik geht. In den beiden Richtungen gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen. Grob gesagt: Linke Politiker wollen, dass alle Menschen gleich gestellt sind. Rechte Politiker hingegen wollen, dass manche Menschen besser gestellt sind, als andere.

In beiden Lagern gibt es aber auch Mitglieder, die diese Ideen so stark verfolgen, dass sie radikal werden. Also ihre eigene Seite als einzig wahre ansehen und diese auch mit Gewalt durchsetzen wollen. Während es einige rechts eingestellte Menschen gibt, die gegen andere Menschen vorgehen, die ihrer Meinung nach weniger Wert sind, akzeptieren einige links eingestellte Menschen keine höhere Ordnung wie den Staat, sind also dafür, dass jeder alles selbst bestimmen darf. Das ist natürlich sehr einfach runtergebrochen, beschreibt aber grob die beiden Strömungen.

Die rechte Seite fällt durch Proteste, Brandstiftungen und Gewalt immer wieder auf, darüber hören wir auch viel in den Nachrichten. Die linke Seite hingegen wird kaum wahrgenommen, denn ihre Argumente finden mehr Anklang in der Bevölkerung, sagt Klaus Schröder von der freien Universität Berlin in einem Interview mit der Zeitung „Zeit“. Er hat das Phänomen mit seinem Team in einer Studie untersucht. „Generell ist die Gesellschaft nach links gerückt und die Parteien auch.“ beschreibt er in dem Interview.

Bei den Krawallen in Hamburg während des G20-Gipfels sollen vor allem Menschen randaliert haben, die sich dem linken Lager zugehörig fühlen. Darunter waren laut Polizeiaussagen auch viele Linksradikale. Die Krawalle haben daher vor allem eine Diskussion darüber ausgelöst, ob die Gewalttaten von links eingestellten Menschen unterschätzt wurden. In diesem Zusammenhang wird auch darüber diskutiert, ein  Zentrum so genannter ‚links-autonomer‘ in Hamburg, die „Rote Flora“, zu schließen. Sie sympathisieren mit gewalttätigem Protest und sagen dazu, man werde eine Räumung nicht hinnehmen, die Polizei sei verantwortlich für die Ausschreitungen beim G20-Gipfel, sie hätten mit ihrer gewaltsamen Auflösung der Proteste für eine Eskalation gesorgt.

Die Diskussion um rechte und linke Radikale wird in den kommenden Monaten weiter geführt werden und der Politik neue Aufgaben geben, mit bisher unterschätzten Gefahren umzugehen, sagt Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU. Kanzlerkandidat Martin Schulz von der SPD stimmt dem zu, sagt aber zu einer möglichen Räumung der „Roten Flora“ nichts.