Sieht Martin Schulz aus, wie ein Fenster-Experte?

Foto: Screenshot / Wetschernjaja Moskwa

Scheinbar schon: Zwischen den Anzeigen für Türen- und Sicherheitsfirmen einer russischen Zeitung findet man Schulz: „Holzfenster durch Plastikfenster ersetzen, davon rate ich ab“, steht in grellen Lettern nach Recherchen von Spiegel Online neben dem Bild des Kanzlerkandidaten.

Auf dem Foto, das von der Seite des Europaparlaments stammt, sieht man Schulz im weißen Hemd, mit Glatze und Brille — ja, diesem Mann würde man seine Fenster anvertrauen. Als „Experte, Tim Erikson“ wird Schulz im Inserat vorgestellt. Ein Sprecher der Firma, die für die Anzeige verantwortlich ist, sagt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Den Namen (Martin Schulz) habe ich noch nie gehört.“ Für sein Erscheinen als Fensterexperte gibt es verschiedene Erklärungen: Martin Schulz tauchte versehentlich auf, hat einen russischen Doppelgänger oder die Fensterfirma benutzte einfach das Foto dieses vertrauenswürdig aussehenden Mannes.

Ein Anruf des Spiegel-Korrespondenten Christian Esch bei der Fenster-Firma führt zu Ausflüchten. Diese beteuert weiterhin, dass es Herrn Erikson wirklich gebe. Schließlich seien sie „ein russisch-schwedisches Joint Venture“. Esch hingegen vermutet, dass sie den Namen frei erfunden hätten. Sollte Martin Schulz im September nicht Bundeskanzler werden, hat er zumindest ein zweites Standbein in der russischen Werbebranche vorzuweisen.