Kinder am Tablet: Warum Spiele auch sinnvoll seien können

Simon Brinkmann im Interview mit Anja Pielsticker

FarmVille, oder FIFA – Vokabeltraining oder Rechenübungen – wenn Kinder ein Tablet in der Hand halten, dann sind da meist Tausende Apps drauf. Aber nicht alle sind wirklich für Kinder geeignet. WhatsApp und Facebook zum Beispiel sind erst ab 13 Jahren erlaubt. Wer mal Kinder in der Bahn oder auf Veranstaltungen gesehen hat, der bekommt schnell den Eindruck: Ohne Smartphone geht es nicht mehr. Anja Pielsticker von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationsstruktur sieht das Problem auch: „Also auch da ist immer die Frage, über welche Altersgruppe wir reden. Denn ab einem gewissen Alter habe ich keinen Einfluss mehr auf das Kind, welche Spiele es spielt. Also es muss natürlich vorher anfangen. Grade bei jüngeren Kindern haben Eltern noch mehr Einfluss. Dann kann man mit den Kindern zusammen die Spiele auswählen und auch spielen.“

Doch wenn der kleine Bruder, die Cousine oder der Neffe die ganze Zeit am Handy sitzt, dann muss das nicht unbedingt schlecht sein. Es gibt auch Spiele, die einen guten Einfluss haben, so Bielsticker:

„Ich würde sagen, Schluss ist immer dann, wenn man andere Dinge vernachlässigt. Wenn ich nicht mehr die Kreativität habe, andere Dinge zu tun, als vorm Handy, iPad oder Rechner zu sitzen, weil wenn wir uns das anschauen, dann reden wir ja von Bildschirmzeiten und wenn ich nur noch vor dem Bildschirm sitze und meine ganzen anderen Freizeitaktivitäten, oder Schule, vernachlässige, ist irgendwann Schluss.“

Simon Brinkmann im Interview mit Leo Cresnar

Auch Medienpädagoge Leo Cresnar sagt – ein Smartphone bei Kindern, ist nicht unbedingt ein Problem.

„Sie sitzen nicht nur am Smartphone, sie spielen auch noch Fußball, sie unterhalten sich mit Freunden, aber dafür setzen sie eben auch für den Kontakt das Smartphone ein. Ich denke, zum einen haben sie da sehr schnell die Möglichkeit, Erfolgserlebnisse zu bekommen, grade in Spielen. Das sind eben Dinge, die im echten Leben viel schwieriger zu bekommen sind. Und sie bekommen natürlich auch viel schneller Kontakte. Das ist auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite, wenn man von Kindern redet, bedenklich, weil man ja nicht weiß, wer das Gegenüber ist.“

Wenn Kinder am Smartphone sind, dann ist der richtige Umgang damit wichtig, denn die Geschichten, in denen Bilder, die eigentlich für Freunde waren, an Fremde gegangen sind, treten immer wieder auf.

„Die Problematik ist, auf der einen Seite das Internet zu nutzen, auch mit dem Smartphone, aber bewusst damit umzugehen, also zu wissen, was gehört in die Öffentlichkeit, was kann ich posten und auf der anderen Seite zu wissen, was ist privat, was gehört nicht dorthin. Und das dann natürlich auch nicht zu posten.“

Auf der gamescom wurde deswegen nicht nur Werbung für Spiele und Unterhaltung gemacht, sondern eben auch für den richtigen Umgang damit.

Weitere Infos von der gamescom in unserem Liveticker.

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