Studium für alle? Verfassungsgericht berät.

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Medizin zu studieren ist nicht leicht. Womöglich genauso schwer ist es aber mittlerweile einen der begehrten Plätze für ein solches Studium zu bekommen. Der Numerus Clausus (NC) liegt bei fast allen Bundesländern in vielen Fächern bei 1,0. Wer also kein perfektes Abitur schafft, hat schlechte Chancen, Medizin zu studieren und jemals Arzt zu werden. Und weil genau das immer mehr junge Menschen machen wollen, liegt die Wartezeit für den Studiengang Humanmedizin bei siebeneinhalb Jahren. Das muss sich ändern, sagen viele Experten. Deswegen prüft jetzt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, ob dieser Zustand überhaupt noch verfassungskonform ist. Vor kurzer Zeit gab es nämlich bereits Klagen von Bewerbern, die sich in ihrem Grundrecht der Berufsfreiheit eingeschränkt fühlten. Die verantwortlichen Richter gehen dem nun auf den Grund und werden unter Umständen eine Neuregelung einführen. Im November soll das Ergebnis dieser Untersuchung feststehen.

Führende Vertreter der Ärztekammer kritisieren das bestehende System des Numerus Clausus und der Wartezeit scharf. „Der Numerus Clausus ist verfehlt, weil eine 1,0 im Abitur nichts über die Qualität eines zukünftigen Arztes aussagt“, behauptet etwa Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe gegenüber der WAZ. Wer wirklich zum Arzt-Sein gemacht ist, stelle sich schnell in den ersten Tests in der Praxis heraus, meint sein Kollege Wolfgang Hampe von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Da käme es nämlich auf psychosoziale Kompetenz an, also: Wer hat Geduld mit den Patienten, hört ihnen zu und behält die Nerven, wenn es brenzlig wird. Denn dann helfen auch die besten Schulnoten nichts mehr.

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