SPD gewinnt Wahl in Niedersachsen

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Das Wahlergebnis in Niedersachsen war angesichts der vorrausgegangenen Bundestagswahl eine große Überraschung. Die SPD um Ministerpräsidenten Stephan Weil holte am Wahlsonntag nach dem vorläufigen Endergebnis ganze 36,9 Prozent. Ein klarer Sieg für die SPD, so interpretierte SPD-Chef Martin Schulz die Wahl in Niedersachsen. Schulz musste zuvor als Kanzlerkandidat zusehen, wie seine Partei bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis erzielte. Umso überraschender jetzt also der Wählerzuwachs von 4,3 Prozent im zweitgrößten Flächenland in Deutschland. Alles andere als freudige Mienen gab es wohl bei der CDU, die mit Spitzenkandidat Bernd Althusmann das schwächste Wahlergebnis seit 1959 in Niedersachsen einstecken musste. Ein bitterer Fakt für die Union, die lange bei Umfragen gegenüber der SPD die Nase vorn hatte.

Auch ein Verlierer der Wahl: Die Grünen. Die verloren am Sonntag fünf Prozent an Stimmen im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren. Aus diesem Grund rutschten SPD und Grüne knapp an einer absoluten Mehrheit vorbei und können deswegen nicht künftig allein in Niedersachsen regieren. Das verkompliziert die Regierungsbildung ähnlich wie auf Bundesebene. Denkbar wäre zwar eine sogenannte „Ampel-Regierung“ mit der SPD, den Grünen und der FPD – letztere hat sich aber bereits klar gegen ein solches Bündnis ausgesprochen. Man wolle nicht der Steigbügelhalter für die Fortsetzung der rot-grünen Politik sein, sagte FDP-Generalsekretär Gero Hocker zum SWR. „Wir lehnen eine Ampel zu 100 Prozent ab“. Klare Worte der FPD, die dazu führen könnten, dass am Ende in Niedersachsen eine Große Koalition regiert. Danach sieht es derzeit am ehesten aus, denn ansonsten käme nur noch eine Jamaika-Koalition in Frage, die allerdings unter anderem bei Stephan Weil auf Gegenwind gestoßen ist. Generell schließe der aber nur ein Bündnis mit der AfD aus, die bei ihrer Wahlpremiere in Niedersachsen 6,2 Prozent der Stimmen holte.