Wolfgang Schäuble ist neuer Bundestagspräsident

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Wolfgang Schäuble wurde mit einer deutlichen Mehrheit zum neuen Bundestagspräsidenten gewählt. 501 Abgeordnete des Bundestags waren dafür, dass der 75 Jahre alte Politiker von der CDU ab sofort Chef des Bundestags sein soll. Damit erhielt Schäuble den zweithöchsten politischen Rang Deutschlands nach dem des Bundespräsidenten. 30 Abgeordnete enthielten sich bei der Abstimmung, eine Stimme war ungültig, 173 stimmten gegen Schäuble. Darunter auch die gesamte AfD-Fraktion, die im Vorfeld der Wahl bereits angekündigt hatte, Schäuble nicht zu unterstützen.

Der dankte nach dem Wahlergebnis zuerst seinem Vorgänger Norbert Lammert und machte deutlich, dass ihm gegenseitiger Respekt unter den Abgeordneten im Bundestag besonders wichtig sei. „Prügeln sollten wir uns hier nicht“, sagte er in seiner Rede und bekannte sich dabei auch als „Parlamentarier aus Leidenschaft“.

45 Jahre sitzt Schäuble bereits im Bundestag, war zuletzt als Finanzminister tätig und konnte sich all die Jahre trotz einiger politischer Skandale in seinen hohen Ämtern halten. Ender der 90-er Jahre etwa, als er öffentlich zugeben musste, Geld vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber angenommen zu haben. Ebenfalls unvergessen: Mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands schießt ein psychisch kranker Mann auf Schäuble während einer Wahlkampfveranstaltung. Schäuble spricht heute ungern darüber, erinnert sich lieber an die Wiedervereinigung und an das, was er damals politisch erreicht hat. Trotzdem sitzt er seit diesem Tag im Rollstuhl.

Nach 12 Jahren als Finanzminister ist Wolfgang Schäuble immer noch dabei und hat jetzt mit dem Posten als Bundestagspräsident einen neuen Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Gelassenheit fordere er jetzt von seinen Kollegen im Bundestag. In letzter Zeit seien Töne der Verächtlichmachung und Erniedrigung immer wieder laut geworden, sagte Schäuble in seiner Rede. Das sollte ab sofort ein Ende haben.