Es ist nur ein kleines Kreuz für viele – bei der Bundestagswahl in Deutschland, bei der Landtagswahl, oder Kommunalwahl gibt jeder seine Stimme ab. Alle Stimmen zusammen ergeben dann ein Bild, das die Zusammensetzung der neuen Regierung zeigt. Problem in letzter Zeit: Dieses Ergebnis ist unglaublich knapp. Keine Partei kann mehr durch eine klare Mehrheit gewinnen und muss sich deswegen mit anderen zusammenschließen. Die große Hoffnung lag auf der so genannten Jamaika-Koalition. CDU/CSU, Grüne und FDP hätten sich auf Kompromisse einigen können und dann vier Jahre lang gemeinsam regieren, die SPD wäre in die Opposition gegangen und hätte der Regierung ihre Gegenargumente geboten. So hätte es laufen können. Aber im Moment sieht es so aus, als würde genau das auf der Kippe stehen – die Parteien können sich nicht einigen. 

Während die CSU und damit ihr Frontmann Horst Seehofer immer wieder Rücktrittsforderungen bekommt, will die FDP klare Kante zeigen und erklärt: Wir machen keine Kompromisse, wir wollen unsere Ziele durchsetzen – und wenn das nicht klappt, dann soll es Neuwahlen geben. Ungefähr so hat es Christian Lindner gesagt.

Auf der anderen Seite steht die SPD, die vor allem deswegen kritisiert wurde, weil sie sich so wenig von ihrem Gegner der CDU abgeschottet hat. Das soll jetzt in der Opposition anders werden: Man will deutlich jünger werden, man will sich über seine Ziele klarer werden und damit dann bei der kommenden Bundestagswahl deutlich besser darstehen, als nach der Wahl-Schlappe in diesem Jahr.

Die Wahl hat auf jeden Fall einiges aufgerüttelt, die Parteien sind aus ihrem ruhigen Fahrwasser gekommen und wenn es ganz hart kommt, dann wird bald neu gewählt.