Jeder von uns hat schon einmal ein Rezept in der Apotheke eingelöst, die meistens gegen die Erkältung geholfen haben. Dabei vertrauen wir den Apothekern unser Wohlsein an und gehen davon aus, dass wir die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung bekommen, so wie es vom Hausarzt vorgesehen ist.

Doch nicht immer nehmen alle Apotheker diese Pflicht ernst, so wie ein Apotheker aus Bottrop, der Krebsmedikamente gestreckt hat. Das bedeutet, dass der Wirkstoff nicht mehr in der Menge vorhanden ist, die empfohlen wird, sondern weniger.

Der Betrug ist letztes Jahr aufgeflogen und am Montag begann die Gerichtsverhandlung wegen Schmerzensgeld und Schadensersatz für die Opfer der falschen Medikation. Betroffen sind mehr als 7300 Patienten in über 61.980 Fällen. Der Apotheker konnte durch seine neuen Rezepturen, die er in seiner eigenen Apotheke hergestellt hat, mehrere Millionen in seine eigene Tasche stecken. Insgesamt hat der Apotheker diese neuen Medikamente seit 2012 in den Umlauf gebracht.

Wie das Urteil genau ausfällt ist am heutigen Tag noch unklar, wird sich in den kommenden Verhandlungstagen zeigen.