Zensur im Internet – wer bestimmt, was gelöscht wird?

Foto: Nico Nölken / Radio Hitwave

Jeden Tag werden weltweit mehr als 500 Millionen Tweets versendet. Aber leider nicht in allen Ländern geschieht das frei von Zensur. In einigen Ländern kann twittern, posten oder bloggen sogar lebensgefährlich sein. Denn die Internetnutzung wird dort vom Staat kontrolliert und nach dessen Interesse gesteuert. Wie stark das Internet zensiert wird ist von Land zu Land verschieden.

In Ländern wie Nordkorea, Ägypten oder im Vietnam werden staatskritische Blogger und Journalisten sogar verfolgt und mit langen Haftstrafen bedroht.

Um auf die zunehmende Bedrohung der Meinungsfreiheit im Internet aufmerksam zu machen, gibt es den Tag gegen Internetzensur am 12. März.
Passend zu diesem Tag veröffentlichten die Reporter ohne Grenzen ein Album mit dem Namen „Uncensored Playlist“. Auf dem Album befinden sich Songs aus zensierten Artikeln von verschiedener Journalisten. Denn selbst in Ländern mit strenger Internetzensur sind Musik-Streamingdienste frei verfügbar.

Deutschland gehört zu den Ländern mit den wenigsten Internetzenuren. Aber auch bei uns darf nicht alles gepostet werden. Hass-Postings und Kommentare mit rechtswidrigem Inhalt müssen von den sozialen Netzwerken innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden. Seit Anfang 2018 gibt es dafür jetzt auch ein „Netzwerkdurchsetzungs-Gesetz“, kurz NetzDG. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen den sozialen Netzweken Geldstrafen von bis zu 50 Millionen Euro.

Das Gesetz sorgte allerdings für viel Kritik. Viele fürchten, dass die sozialen Netzwerke vorsorglich zu viele Kommentare löschen, um in keinem Fall eine Strafe zahlen zu müssen.
Und außerdem kann oft der Hintergrund und die Intention, die hinter dem Post stecken nicht genau geprüft werden, da statt Menschen häufig Algorithmen bestimmen, was gelöscht werden soll und was nicht.