Firma klaut Daten von Facebook-Nutzern

Foto: Nico Nölken / Radio Hitwave

Facebook hat ein echtes Problem – immer mehr Menschen löschen ihr Profil und auch die wichtigen Werbepartner springen ab. Nach dem aktuellen Datenskandal hatte Elon Musk zumindest, ganz offenbar die Nase voll vom blauen Netzwerk. Seine beiden Firmen, der Elektroauto-Hersteller Tesla und die Raumfahrt-Firma SpaceX haben Facebook – als Reaktion auf den jüngsten Skandal – jedenfalls den Rücken gekehrt.

Würde es sich beim blauen Riesen nicht um einen Multimilliarden-Konzern handeln,würde man Facebook fast selbst als Opfer in dieser Sache bezeichnen. Denn die eigentlich „kriminelle Energie“ ging von der Firma Cambridge Analytica aus. Diese Firma soll den letzten US-Präsidentschafts-Wahlkampf zu Gunsten von Donald Trump beeinflusst haben. Konkret haben sie – ohne deren Wissen – die Daten von 50 Mio. Facebook-Nutzern für Trumps Wahlkampfwerbung genutzt.

Wenn jemand weiß, was ein Nutzer so bei Facebook liked, wenn er sich die Freunde ansehieht, mit denen derjenige am meisten auf dem Netzwerk interagierst, dann kann er schon mit einer recht genauen Treffsicherheit sagen, in welches politische Lager man ihn stecken sollte. Und genau diese Daten sammelt Facebook in Massen. Cambride Analytica konnte die Menschen mit Hilfe der Facebook-Daten messerscharf in Zielgruppen einteilen – und so herausfinden, welche Werbung jeweils dazu führt, dass den Amerikanern Donald Trump sympathischer wurde.

Marc Zuckerberg selbst stand der Schrecken über den Skandal sichtlich ins Gesicht geschrieben. Es ist nicht so, dass Facebook den Datenmissbrauch gewollt hätte, oder daran direkt beteiligt war. Die Daten waren einfach sehr nachlässig geschützt, sodass es wohl ein leichtes für die Kriminellen war, sich Zugriff dazu zu verschaffen.