In Bayern ist das Kreuz nun Pflicht

Foto: Twitter.com/Markus_Soeder

Als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung gilt ab heute die Kruzifix-Pflicht in bayerischen Behörden. Im Gesetz heißt es nun: „Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“ 

Davon betroffen sind etwa Ministerien, Polizeiinspektionen, Regierungen, Finanzämter und Vermessungsämter. Den Städten und Gemeinden bleibt es hingegen selbst überlassen, ob sie sich an den Kreuzerlass halten: „Wir haben die Empfehlung gegeben, aber das gilt unmittelbar nur für die staatlichen Behörden, das heißt, jede Gemeinde, jeder Landkreis entscheidet da selbst darüber“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegenüber dem BR.

Immerhin über tausend staatliche Einrichtungen sind von der Pflicht betroffen. Wie das Kreuz aussieht und der Ort der Platzierung ist allerdings Sache des jeweiligen Amtsleiters. 

Eine Überprüfung der Umsetzung soll es nicht geben: Die Leiterin des Neuen Museums in Nürnberg kündigte bereits öffentlich an, kein Kreuz aufhängen zu wollen — mit weitergehenden Folgen hat sie trotzdem nicht zu rechnen. Laut Joachim Herrmann gibt es auch Ausnahmen: „Wir sind uns einig in der Staatsregierung, dass beispielsweise für Gebäude, die in erster Linie der künstlerischen Darstellung und nicht der staatlichen Verwaltung dienen, dass das da nicht so wörtlich gilt.“

Trotz der Ausnahmen in Staatstheatern, Opernhäusern, Museen und Hochschulen bleibt der sogenannte Kreuzerlass weiter umstritten: Für die bayerischen Oppositionsparteien wird ein christlicher Wert zu Wahlkampfzwecken missbraucht. „Wer das Kreuz nur als kulturelles Symbol sehe, habe es nicht verstanden“, betonte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

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