Erdoğan bleibt mächtigster Mann in der Türkei

Foto: Jan Brodda // Radio Hitwave

Es war eine überraschend knappe Wahl, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Ende doch mit genügend Stimmen gewann. Während Erdoğan selbst noch mehr als 50% der Stimmen bekam, hat seine Partei AKP trotzdem massiv verloren. Sie ist wohl auf eine Koalition angewiesen. Aber mit dem neuen Präsidialsystem braucht Erdoğan das Parlament eigentlich gar nicht mehr. Er kann jetzt alleine per Dekret regieren.
Doch schon während der Wahl wurden Stimmen von Wahlbeobachtern laut, die auffällige Abläufe festgestellt hatten. So sollen einige mit Gewaltandrohnung von den Urnen ferngehalten worden sein. In einigen Fällen habe es Manipulationen gegeben. Auch der Wahlkampf soll unfair gewesen sein, sagt die Opposition. Erdoğan feierte das Wahlergebnis allerdings als „Fest der Demokratie“. Schon in den letzten Monaten hatten viele das Verhalten des türkischen Präsidenten kritisiert. Er schränke laut Opposition massiv die Pressefreiheit ein, verhafte ganze Redaktionen und viele politische Gegner, kritische Richter würden ausgetauscht. Von den Türken in Deutschland bekam Erdoğan rund zwei Drittel der Stimmen, in der Türkei selbst deutlich weniger.