NSU Prozess vorbei: Zschäpe verurteilt

Foto: Yannick Rautenberg // Radio Hitwave

Seit nun über 5 Jahren läuft der NSU-Prozess bei dem Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer angeklagt wurden. Heute gab es das Urteil.

1998 schlossen sich Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zum Nationalsozialistischen Untergrund, kurz NSU, zusammen. Gemeinsam begingen sie zehn Morde an Zuwanderern aus der Türkei und Griechenland, sowie an einem deutschen Polizisten. Außerdem gingen 15 Raubüberfälle, ein Anschlag mit einer Nagelbombe und ein Sprengstoffanschlag auf ihr Konto. Erst im Jahr 2011 kamen die Machenschaften der Gruppe ans Licht. Mundlos und Böhnhardt begangen daraufhin Selbstmord. Seit 2013 wird darüber verhandelt, welche Strafe Beate Zschäpe und 4 weitere Unterstützer der Gruppe erwarten. 

Bei der Verhandlung handelte es sich um einen Indizienprozess, also gab es keine eindeutigen Beweise dafür, dass Zschäpe tatsächlich an den Morden beteiligt gewesen ist. Angeklagt wurde sie wegen Mittäterschaft und Mitgliedschaft in einer Terroristischen Vereinigung. Insgesamt fünf Verteidiger haben für die Freilassung Zschäpes plädiert und unter anderem versucht, sie als unzurechnungsfähig und daher als nicht schuldfähig einzustufen. Des Weiteren lenkte ein Streit zwischen Zschäpe und ihren Anwälten von den eigentlichen Anklagepunkten ab. Angeblich könnte sie drei Anwälten nicht mehr vertrauen. So zog sich der Prozess in die Länge.

Beate Zschäpe wurde zu Lebenslanger Haft verurteilt, also mindestens 15 Jahren Gefängnis, danach muss geprüft werden, ob sie auf Bewährung frei gelassen wird. Zschäpes Anwälte wollen das Urteil aber nicht hinnehmen, sondern gehen in Revision. Die Angehörigen der Opfer sind zwar mit der vorrübergehenden Strafe zufrieden, allerdings blieben trotz der langen Verhandlungen viele Fragen offen. Der NSU hatte es zwar gezielt auf Zuwanderer und Ausländer abgesehen. Trotzdem ist nicht klar warum gerade diese Menschen Ziel eines Anschlages wurden. Ob die Opfer willkürlich gewählt, oder sie bewusst ausgesucht wurden, ist unklar geblieben. 

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