Nach Einsturz von Autobahnbrücke in Genua – Ursache gesucht!

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Am Dienstagmittag brachten Unwetter und Starkregen einen 100 Meter langen Abschnitt der Morandi-Brücke der Mautautobahn A10 in Genua zum Einsturz. Mehrere Autos und Lastwagen stürzten aus 40 Metern Höhe in die Tiefe. Dabei kamen bislang 38 Menschen ums Leben, darunter auch drei Minderjährige. Die italienische Regierung macht den privaten Betreiber Autostrade für die Katastrophe verantwortlich, Staatsanwalt Francesco Cozzi spricht von „menschlichem Versagen“. Dagegen hält Autostrade, dass die Ursache für den Einsturz noch unklar sei und man sich an die gesetzlichen Kontrollvorgaben gehalten habe. In Genua wurde nun für 12 Monate der Ausnahmezustand erklärt, Hilfskräfte suchen nach wie vor nach Verletzten und Opfern.

Mit Blick auf Deutschland wird die Einsturzgefahr der Autobahnbrücken als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt. Deutschland habe „ein sehr solides System der regelmäßigen Inspektion und Überwachung“, so Manfred Tiedemann, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Prüfingenieure. Allerdings bemängeln Verkehrsexperten, dass ein Großteil der rund 40.000 Autobahnbrücken über 40 Jahre alt und in schlechtem Zustand sei. Zudem müssten die Autobahnbrücken vor allem durch das erhöhte Verkehrsaufkommen von LKW einer vielfach stärkeren Belastung standhalten als ursprünglich vorgesehen. Um künftig Schäden an Brücken noch früher erkennen zu können, unterstützt der Bund unter anderem Projekte wie „Intelligente Brücke“.