Demonstrationen und Gewalt in Chemnitz

Foto: Yannick Rautenberg // Radio Hitwave

In Chemnitz demonstrierten am Sonntag und Montag viele Rechte, dabei kam es zu Ausschreitungen gegen die Polizei und Ausländer.

Ausgelöst wurde das ganze durch eine Messerattacke in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Bei einem Streit wurde ein 35-jähriger Mann erstochen und zwei weitere verletzt. Alle drei Opfer waren Deutsche. In den Streit waren laut Polizei „Personen unterschiedlicher Nationalitäten“ verwickelt. Zwei Männer, die sich vom Tatort entfernen wollten, wurden festgenommen. Zur Nationalität dieser wollte die Polizei am Sonntag noch keine Auskunft geben. Diese Informationen haben dann viele Rechte genutzt, um im Internet Hass gegen Ausländer und Flüchtlinge zu schüren.
Mittlerweile ist übrigens klar, dass die Hauptverdächtigen ein Syrer und ein Iraker sind.

In den sozialen Netzwerken machte vor allem ein Gerücht die Runde: Die Opfer des Streits hätten eine deutsche Frau verteidigt, die von Ausländern belästigt worden sei. Laut der Polizei entspricht das aber wahrscheinlich nicht der Wahrheit. Trotzdem haben viele Rechte diese Geschichte verbreitet und zu Demonstrationen aufgerufen.
Die Demo der AfD verlief friedlich. Nach Aufrufen verschiedener rechter Gruppierungen und Hooligans versammelten sich aber anschließend etwa 1000 Menschen in der Innenstadt. Sie prallten immer wieder mit der Polizei und Gegendemonstranten zusammen und gingen auf Ausländer los. Es wurde sogar von regelrechten Hetzjagden gesprochen.
Die Polizei rechnete nicht mit derartigen Menschenmassen und war deshalb anfangs stark unterbesetzt.
Am Montagnachmittag gingen in Chemnitz noch mehr Menschen auf die Straße, 6000 aus dem rechten und 1000 aus dem linken Lager. Aus ganz Deutschland sind Demonstranten angereist.
Die Polizei war erneut mit zu wenig Leuten vor Ort. So kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen rechten und linken Demonstranten. Aus beiden Lagern wurden Feuerwerkskörper abgeschossen, dabei wurden mehrere Personen verletzt.

Hetzjagden haben laut Kanzlerin Merkel keinen Platz in unserem Land. Auch im Internet sprechen sich viele gegen die Stimmungsmache der Rechten aus. Laut dem Facebookprofil des Todesopfers von Samstagnacht, war er selbst links eingestellt und gegen Nazis. Deshalb wird er jetzt allerdings auch von den Linksextremen als Symbolfigur genutzt.
Um ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen, sind für die nächsten vier Montage Konzerte in Chemnitz geplant. Auftreten werden dort unter anderem Casper und Marteria.