Polizei räumt Baumhaussiedlung „Oaktown“ im Hambacher Forst

Am Donnerstag hat die Räumungsaktion des Hambacher Forsts durch die nordrhein-westfälische Polizei begonnen. Aktivisten und Bewohner der Baumhaussiedlung „Oaktown“ leisten weitestgehend friedlichen Widerstand gegen die Abholzung des 12.000 Jahre alten Waldes durch den Stromkonzern RWE. Die Räumung der acht Baumhäuser wurde laut Behörden zur eigenen Sicherheit der Aktivisten angeordnet, da der Brandschutz nicht gewährleistet sei. Zwölf der Aktivisten versuchten, sich mit Klagen beim Oberverwaltungsgericht Münster und Verwaltungsgericht Aachen gegen die Räumung zu wehren – jedoch ohne Erfolg. Mittlerweile befinden sich zehn der Aktivisten in polizeilichem Gewahrsam, 18 weitere wurden weggetragen.

Der RWE-Konzern plant im Herbst die Abholzung des Hambacher Forsts zur Förderung von Braunkohle. Dies sei unvermeidbar, um eine ausreichende Stromversorgung sichern zu können. Von 4.100 ha seien nach Angaben des Konzerns bereits 3.900 ha gerodet worden. Der Konflikt um den Hambacher Forst hatte am Freitag seine Kreise auch nach Berlin gezogen: Dort wurde die Landesvertretung NRW bis zum Mittag von Braunkohlegegnern besetzt.