Missbrauch in der Kirche ist “Spitze des Eisberges”

Foto: Alexas_Fotos / Pixabay.com
3.677 Opfer von sexuellem Missbrauch seit 1946 in der katholischen Kirche, mindestens. Das ist das Ergebnis einer neu veröffentlichten Untersuchung innerhalb der Kirche. Und das ist vermutlich nur die Spitze des Eisberges, so Stephan Ackermann, Bischof von Trier und Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz.
Die Zahl der Studie entspricht nämlich längst nicht der Anzahl der Vorfälle. Der Studienleiter und ein Sprecher von Betroffenen vermuten eine sehr große Dunkelziffer. Etwa die Hälfte von den 3.677 sind Fälle, die seit 2010 von Missbrauchsopfern gemeldet wurden.
Bei der Strafverfolgung stellt sich allerdings ein Problem: Die Taten liegen so lange zurück, dass die Staatsanwaltschaften keine Anklage erheben können, weil die Verjährung eingetreten ist. Intern wurden mit Hilfe aus Rom diese Fristen aufgehoben, sodass die Kirche selbst für die Täter Konsequenzen ziehen kann. Welche sind noch ungewiss, aber es bleibe nicht nur bei Versetzungen, so ein Sprecher. Dennoch hat die Katholische Kirche wieder an Vertrauen verloren und rechnet mit vielen Austritten.
Kardinal Marx, aber auch viele weitere Priester sagten gestern und heute öffentlich, dass sie sich für die Kirche schämen.