Aus dem Ofen in die Tonne: Lebensmittelverschwendung bei Brot

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In Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, darunter auch jede Menge Backwaren. Mit einer geschätzten Überproduktion von etwa 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr wirft der WWF nun auch Bäckereien und Backshops Lebensmittelverschwendung vor. Bei größeren Unternehmen seien die Verluste höher als bei kleineren Handwerkbetrieben: Während diese bei manchen Herstellern unter einem Prozent liegt, beträgt die Menge der überschüssig produzierten Waren bei Großherstellern durchschnittlich 12 bis 15 Prozent. Das Problem: Überschüssige Lebensmittel können als Verluste steuerlich geltend gemacht werden, wodurch den Herstellern der Anreiz fehlt, Überproduktion zu vermeiden. Angesichts der langanhaltenden Trockenheit und den daraus resultierenden Ernteverlusten in diesem Jahr müsse jedoch bei Herstellern und Politik ein Umdenken stattfinden: „Zukünftig sollten und können wir es uns schlichtweg nicht mehr leisten, Ackerland in diesem Ausmaße zu beanspruchen, um das darauf angebaute Getreide als Brot, Croissants oder Törtchen in den Müll zu werfen“, so Jörg-Andreas Krüger, Abteilungsleiter „Ökologischer Fußabdruck“ des WWF.

Um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, ergreifen Bäckereien, Supermärkte und Discounter bereits einige Maßnahmen: Ein Teil wird an die Tafeln gespendet oder zu Tierfutter, Biogas und Semmelmehl weiterverarbeitet. Doch auch wir als Verbraucher können etwas tun, damit weniger Brot weggeschmissen wird. Wir stellen euch fünf Tipps vor, wie ihr gezielt einkaufen oder Reste verwerten könnt:

  1. Brot vorbestellen: Ihr hattet einen langen Tag, aber am Nachmittag sind schon alle Brötchen ausverkauft und es sind nur noch zwei Brote übrig? Bei vielen Bäckereien kann man eine Bestellung aufgeben und diese im Laufe des Tages abholen, manche bieten sogar einen Brötchenlieferservice an. So bekommt man seine Brötchen bequem nach Hause geliefert und muss noch nicht mal das Haus verlassen!
  2. Brot vom Vortag kaufen: Sowohl Bäckerei-Filialen als auch manche Supermärkte bieten Brot kurz vor Ladenschluss oder am nächsten Tag zu günstigeren Preisen an. Damit spart man nicht nur etwas Geld, manche Sorten schmecken am nächsten Tag sogar noch besser.
  3. Richtig lagern: Grundsätzlich bleibt Brot am Stück länger frisch als geschnittenes, zudem bleiben Sorten mit hohem Roggenanteil ebenfalls länger haltbar. Brot gehört nicht in den Kühlschrank – am besten bewahrt man es in einer Brotdose oder einem Leinensack bei Zimmertemperatur auf.
  4. Einfrieren: Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Freunden bleiben noch paar Brötchen übrig und man weiß nicht, wohin damit – kein Problem, denn man kann Brötchen oder auch Brot in Scheiben wie viele andere Lebensmittel bedenkenlos einfrieren! Eingefrorene Backwaren können später wieder normal aufgetaut, getoastet oder im Ofen aufgebacken werden.
  5. Reste-Rezepte: Trockenes Brot lässt sich prima für viele Rezepte verwenden! Neben bekannten Rezepten wie Arme Ritter oder Semmelknödel kann man trockenes Brot auch für Croutons im Salat und sogar Desserts benutzen. Sehr hilfreich dabei ist auch die kostenlose App „Zu gut für die Tonne“, bei der man übrig gebliebene Zutaten eintragen und sich auf dieser Grundlage Rezeptvorschläge geben lassen kann.