Bayern-Wahl geht für GroKo in die Lederhose

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Bayern hat gewählt. Das Ergebnis ist alles andere als schön für die Parteien in der Bundesregierung. Von einer Abstrafung ist seit Sonntag oft die Rede. Ein CSU-Kreisverband fordert schon Horst Seehofers Rücktritt als CSU-Parteichef. Auch an Andrea Nahles Stuhl als SPD-Chefin wird gesägt, einige gehen sogar schon so weit, Angela Merkel zum Rücktritt aufzufordern.

Die wiederum vermutet auf Tagesschau.de, dass die langwierige Regierungsbildung auf Bundesebene viele Stimmen gekostet habe. Und danach sind vielen die beiden Parteien nur noch mit zahlreichen Konflikten aufgefallen. Offenbar hatten viele Wähler die Nase voll. Auch möglich ist, dass die CSU sich in der letzten Zeit viel zu stark auf das Thema Flüchtlinge konzentriert hat. Das hat Infratest Dimap für T-Online herausgefunden. Wem Seehofers Position zu weit rechts war, der hat freie Wähler oder Grüne gewählt. Die haben beide jeweils mehr als 160.000 CSU-Wähler abgefangen. Und wer Horst Seehofer zugestimmt hat, hat lieber direkt das Original, also die AfD gewählt. Dahin sind dann nochmal über 150.000 CSU-Wähler gewechselt.

Gleichzeitig hat die AfD längst nicht so viele Stimmen bekommen, wie die Parteiführung sich erhofft hatte. Stattdessen reklamieren die Grünen, viele so genannte Protestwähler für sich gewonnen zu haben. Eine Gruppe, die tendentiell sonst eher ihr Kreuzchen bei den Linken oder der AfD macht, um den etablierten Parteien einen Denkzettel zu verpassen. Aber auch aus dem „knostruktiven Millieu“ habe man dieses Mal viele Stimmen gewinnen können, sagt der Grünen-Bundesvorsitzende Harbeck in der Welt. Nur einer hat bisher erstaunlich wenig von sich gegeben. Horst Seehofer, der ja eigentlich für schnelle Aussagen, gerne auch mal gegen eigene Parteifreunde bekannt ist, will mit einer Analyse erstmal bis nach der Regierungsbildung warten.

Wie die aussieht und wie es generell in der bayrischen Landespolitik weitergeht, werden die nächsten Wochen zeigen. Am wahrscheinlichsten scheint im Moment eine Regierungskoalition aus CSU und freien Wählern.