Streit um Wölfe in Deutschland

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In Deutschland fallen immer mehr Nutztiere Wölfen zum Opfer. Trotz Schutzmaßnahmen durch Elektrozäune werden im Hamburger Umland vermehrt Schafe und teils auch Rinder gerissen, im Schwarzwald tötete ein Wolf ganze 40 Schafe im Alleingang. Die betroffenen Landwirte fürchten um ihre Existenzgrundlage und fordern daher den Abschuss der Tiere. Naturschützer wollen das verhindern. Bei den Rissen handele es sich um Einzelfälle, zumal die Landwirte für ihre Verluste entschädigt würden. Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes Hamburg, schätzt die Vorfälle so ein: „Wenn wir für die Wiederkehr der Wölfe ein paar Dutzend Schafe im Jahr verlieren, ist das doch nicht schlimm.“

Problematisch ist, dass es nur wenig gesichertes Wissen über das Verhalten der Wölfe gibt, weil diese bis vor 20 Jahren in Deutschland als ausgestorben galten. Seit seiner Rückkehr steht der Wolf auf der roten Liste und darf nur in Ausnahmefällen zum Abschuss freigegeben werden. Solche ‚Problemwölfe‘ müssen eine wolfssichere Umzäunung mehrfach überwunden haben, oder Kontakt zu Menschen gesucht haben. Waldspaziergänger müssen sich trotzdem keine Sorgen machen, da Wölfe als extrem scheu gelten. Begegnet man im seltenen Fall doch einem Tier, sollte man Abstand halten und es mit lautem Rufen oder Klatschen vertreiben – aber in keinem Fall mit Futter anlocken.