Das Handy als Arztersatz?

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Wenn wir krank werden, dann müssen wir uns zum Arzt schleppen, im vollgehusteten Wartezimmer warten und dann mit dem Rezept zur Apotheke. Das könnte bald einfacher werden. Gesundheitsminister Spahn möchte bis 2020 ein Gesetz einführen, das eine Rezeptausstellung übers Internet ermöglicht. Diese Erneuerung ist nötig, da eine Videoberatung allein, wie sie bereits jetzt möglich ist, einen Arztbesuch nicht ersetzen kann. Sie kann vor allem ein Vorteil für Menschen sein, die auf dem Land leben und weite Wege zu einem Arzt haben. Auch Praxiszeiten können so ausgeweitet werden und für mehr Menschen nutzbar sein. Es gibt mittlerweile etwa 100.000 verschiedene Gesundheits-Apps von Fitness-Apps über Diabetes-Tagebücher bis hin zu allgemein medizinischen Beratungsdiensten.

Eine App nutzt zum Beispiel die Kamera und das Blitzlicht für eine mobile Herzfrequenz-Messung. Der Vorteil: Chronisch Kranke können ihre Werte direkt auf ihrem Handy verwalten und damit schauen wie es ihrem Körper geht. Dagegen spricht allerdings, dass die Betroffenen sich zu sehr auf die Apps verlassen und zu spät zum Arzt gehen. Außerdem sind die meisten Programme nicht geprüft und deswegen fehlerhaft. Manche Programme nehmen mehr Daten auf, als dem Nutzer klar ist, die am Ende sogar verkauft werden könnten.

In Umfragen wird aber deutlich, dass die Bevölkerung bei akuteren Beschwerden immer noch auf den Besuch bei ihrem Arzt des Vertrauens setzt.