Deutschland fehlt es an Organspendern

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Versagt die Niere, die Leber, oder sogar das Herz, ist jeder Tag entscheidend. Doch hierzulande warten etwa 10.000 Patienten auf ein Spenderorgan, jeder fünfte stirbt während der Wartezeit. Obwohl laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über 80 Prozent der Deutschen die Organspende befürworten, ist der Mangel an Organspenden immer noch zu groß. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte daher im Zuge einer Bundestagsdebatte die Widerspruchslösung. Bei dieser Regelung würde jede Bürgerin und jeder Bürger automatisch zum Organspender erklärt – außer, es wird schriftlich widersprochen, z.B. mit einem Organspendeausweis, oder einer Patientenverfügung. Kritiker sehen in der Widerspruchslösung einen nicht vertretbaren Eingriff in die Selbstbestimmung des eigenen Körpers.

Aktuell gilt noch die Zustimmungslösung: Bei Feststellung des Hirntodes hat der Verstorbene zu Lebzeiten seine Einwilligung zur Organspende schriftlich erklärt, oder seine Angehörigen geben ihre Zustimmung. Das Problem ist jedoch, dass zu wenige aktiv eine Entscheidung treffen. Entweder aus Angst vor der Auseinandersetzung mit dem Tod, oder aufgrund vergangener Skandale um Missbrauch und Organhandel. Hinzu kommen organisatorische Schwachstellen in den Krankenhäusern, die in den vergangenen Jahren zu weniger Meldungen von Spenderorganen geführt haben. Die erweiterte Widerspruchslösung, das heißt, dass der Widerspruch der Angehörigen für die Ärzte bindend ist – wird bereits unter anderem in Frankreich, Italien und weiteren EU-Staaten praktiziert.