Debatte um Organspende

Foto: blickpixel / Pixabay.com

Eigentlich feiert man an seinem achtzehnten Geburtstag ja, endlich alleine Autofahren zu dürfen, keine Ausgehzeiten mehr zu haben und die Möglichkeit, alles zu kaufen. Wenn es nach Jens Spahn, unserem Gesundheitsminister geht, bekommen wir mit der Volljährigkeit aber bald auch unsere Zustimmung zur Organspende, ohne je zugestimmt zu haben.

Wer Organe spenden möchte, den erkennt man an seinem Organspendeausweis, den jeder selbstständig beantragen muss. Spahn möchte das Verfahren jetzt aber umkehren und das doppelte Widerrufsrecht einführen, das erstmal jeden volljährigen Menschen zur Organspende registriert. Wer nicht spenden will, muss sich aktiv aus dem Register streichen lassen. Er begründet die Reform vor allem damit, dass rund 80% der Bürger bereit seien, zu spenden, aber ihnen der Aufwand noch zu hoch ist. Kritiker des neuen Gesetzesentwurfs finden, Schweigen dürfe nicht als Zustimmung gelten. Im Bundestag wird der Entwurf auf keine Mehrheit treffen, schätzen Experten und so wird es wohl auf eine Kompromisslösung hinauslaufen. So fordern die Grünen beispielsweise eine Abfrage der Bereitschaft zur Organspende bei jeder Beantragung eines Personalausweises.