Brexit erst im Oktober

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Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU wurde erneut verlegt, diesmal auf Ende Oktober. Im Juni 2016 entschied sich die Mehrheit der britischen Bevölkerung dazu, dass Großbritannien die EU verlassen sollte. Nun, knapp drei Jahre später, ist dies immer noch nicht passiert. Zwar wurde ein Brexit-Deal ausgearbeitet, dieser wurde allerdings drei Mal vom britischen Unterhaus abgelehnt. Ohne gemeinsame Kompromisse wäre es am 12.04 zu einem „harten“ Brexit gekommen, was gravierende Folgen, vor allem für die Wirtschaft Großbritanniens, gehabt hätte. Besonders problematisch wäre dabei der Handel zwischen Irland und Nordirland. Zwischen den beiden Regionen hätte erneut eine Grenze errichtet werden müssen, mit Kontrollen und Zollgebühren. Da die Regionen lange als Krisengebiet galten, könnten durch eine Grenze alte Konflikte erneut aufflammen und der Frieden gefährdet werden. Der Deal schlägt vor, einen sogenannten „Backstopp“ zu schaffen, der es ermöglicht, zwischen den beiden Ländern, trotz Ausstieg weiterhin Waren zollfrei auszutauschen, bis ein evtl. Freihandelsabkommen beschlossen wurde. Diese Verhandlungen sollen allerdings erst nach dem endgültigen Austritt stattfinden. Mit diesem Verfahren sind einige britische Minister allerdings nicht einverstanden. Es besteht die Sorge, ein „Backstopp“ könnte Großbritannien noch langfristig von der EU abhängig machen, sodass keine eigenen Handelsabkommen mit beispielsweise den USA oder China ausgemacht werden können. Um ein Brexit Chaos zu verhindern hat die EU entschieden, den Briten mehr Zeit zu geben. Bis spätestens zum 31. Oktober müssen sie ein Abkommen erarbeiten, mit dem sowohl die EU, als auch das britische Unterhaus einverstanden sind. Sollte bereits vor Ende Oktober ein Deal entstehen, kann Großbritannien auch früher aus der EU austreten.