Führungs-Chaos nach Nahles Rücktritt

Am Montagvormittag ist die SPD-Chefin, Andrea Nahles offiziell zurückgetreten. Am Sonntag kündigte sie ihren Rücktritt schon per Mail an. Nach ihrem Rücktritt verließ sie die Vorstandssitzung im Willy-Brandt-Haus in Berlin und sagte: „Machen Sie es gut“. Die Beratung wurde daraufhin ohne Nahles fortgesetzt. Es soll diskutiert werden, ob der im Dezember geplante Parteitag mit Neuwahlen vorgezogen werden soll. Bis zu diesem Parteitag soll die SPD von einem Trio geführt werden. Vorgeschlagen wurden von der Parteiführung die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, Manuela Schwesig und Malu Dreyer. Außerdem wurde der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel vorgeschlagen. Am Wochenende war Dreyer als Interims-Parteichefin im Gespräch gewesen. Schwesig rief zum Zusammenhalt in dieser Krise auf und warnte vor einer düsteren Zukunft für die Partei. In Rheinland-Pfalz führt sie eine Ampel Koalition. Als mögliche Nachfolgerin von Nahles gilt Schwesig seit Wochen schon. Sie war früher Bundesfamilienministerin und ist zielstrebig. Sie stellt die Partei als eine jüngere weibliche SPD da. Schäfer-Gübel will sich bereits im Herbst aus der Politik zurückziehen, nachdem er drei mal versucht hat, Ministerpräsident in Hessen zu werden und gescheitert ist.