Ärger um „Werbevideo“ des Ernährungsministeriums

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AKK, die Chefin der CDU, scheint sich in letzter Zeit beinahe täglich Shitstorms einzufangen. Diese Woche war allerdings eine andere CDU-Politikerin an der Reihe: Ernährungsministerin Julia Klöckner. Am Montag dem 3. Juni twitterte das Ministerium ein Video. Bis Freitag Abend wurde das Video mehr als eine halbe Million mal angeschaut, aber nur 500 mal geliked. Zu sehen war die Ministerin und ein Vertreter des Ernährungsriesen Nestlé, zu dem unter anderem Maggi und Wagner Pizza gehören. Das Unternehmen steht immer wieder für umstrittene Geschäftspraktiken in der Kritik. Nestlé soll in armen Ländern Wasserrechte gekauft haben um das Wasser zu hohen Preisen weiterzuverkaufen, berichtet unter anderem der Stern. Wie die ARD berichtet, muss die ärmere Bevölkerung deshalb verschmutztes Wasser trinken, viele würden krank.

Zurück zum Video: In blumigen Worten beschrieben die beiden eine zukünftige Zusammenarbeit um Zucker, Fett und Salz in Nestlé-Produkten zu reduzieren. Julia Klöckner zeigte sich begeistert von der „Philosophie“ des Unternehmens, der Nestlé-Vertreter versprach „Innovationen“. Schnell häufte sich in den Kommentaren der Vorwurf, das Video sei Werbung für Nestlé. YouTuber Rezo kommentierte, er hätte das selbe Video als Werbung kennzeichnen müssen. Auch die Medienanstalt Berlin Brandenburg, die Medien beaufsichtigt, prüft diesen Vorwurf bereits. Man wolle auch prüfen, ob ein Ministerium überhaupt so klar Stellung beziehen darf. Eigentlich dürften Behörden nur sachlich informieren, schrieb die Medienanstalt auf Twitter. Viele Kommentierende fragten sich auch, was ein Management Director bei Nestlé, der ebenfalls den Nachnamen Klöckner trägt, mit dem Video zu tun hat. Auf Nachfrage von Radio Hitwave bestätigte das Ministerium, „Frau Klöckner kennt den Herren nicht“. Wir haben einen Fragenkatalog zum Video an das Ministerium geschickt. Nach dem langen Wochenende will uns das Ministerium antworten.