Greta Thunberg wird zum Popstar

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Greta Thunberg und die Indieband „The 1975“ kennt ihr beide aus unserem Programm. Die Band aus der Playlist, Greta aus den Nachrichten. Beide haben erstmal nicht so viel gemeinsam.
Doch das hat sich jetzt geändert, die Band postete ein Foto von Frontmann Matthew Healy und Greta Thunberg. Healy im gelben T-Shirt lehnt sich an die 16-jährige im Antifa-T-Shirt an, darunter steht „Es ist Zeit, zu rebellieren.“ Auch bei Spotify ist etwas ungewöhnlich: Beim Öffnen der App wird die neue Single der Band beworben, mit einem Thunberg-Zitat. Es ertönt die Stimme der 16-jährigen Schwedin, untermalt von ruhiger Musik. Was wir da hören, ist der traditionelle Eröffnungssong, den „The 1975“ an den Anfang jedes Albums packen. Eigentlich sehr ruhig und instrumental, darf in keiner Entspannungsplaylist fehlen. Dieses Mal hält sich die Band jedoch im Hintergrund und lässt die Klimaaktivistin sprechen. In einer knapp fünfminütigen Rede will sie wachrütteln. Sie schildert ihre Sicht auf die Welt, das angebliche Versagen der Politik bei der Klimafrage, aber auch, dass noch alles möglich sei. Alles, was es brauche sei, dass die Menschheit endlich anfange, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wenn die Politik diesen Wechsel nicht mitmacht, sei es halt Zeit für zivilen Ungehorsam, sagt sie am Schluss.

Die Reaktionen im Netz lassen nicht lange auf sich warten: Die britische Zeitung „The Guardian“ ist begeistert und spricht von einem Song, der „den Geist unserer Zeit einfängt, wie kein anderer.“ Kritik am Song kommt vor allem aus Reihen der Klimawandel-Kritiker. Sie werfen der Band vor, Thunbergs Bekanntheit auszunutzen. Frontmann Matty Healy selbst schreibt auf Twitter von einer „großen Inspiration“, Thunberg zu treffen und verspricht, die Gewinne der Single an „Extinction Rebellion“ zu spenden. Diese Aktivistengruppe macht immer wieder mit sogenannten „Die-ins“, also Darstellungen eines Massensterbens mitten auf der Straße auf den Klimawandel aufmerksam und wehrt sich nach eigenen Angaben gegen das klimabedingte Aussterben der Menschheit und vieler Tierarten. Die Band wolle außerdem auf Plastik-CD-Hüllen und Einwegplastik verzichten, berichtet der Stern. Nur das Fliegen lasse sich bei der anstehenden Tour nicht so kurzfristig vermeiden, hieß es vom Management der Band.