2020 löst spannendes und chaotisches 2019 ab

Foto: Simon Brinkmann / Radio Hitwave

2019 war ein spannendes Jahr in dem sich viel bewegt hat. Für viele Menschen im Süden Deutschlands und in Österreich startete das Jahr mit einem Schneechaos. Eine Lawine zerstört im Allgäu sogar ein Hotel, verletzt wurde dabei niemand. So glimpfig ging es in Brasilien nicht aus. Dort rollte eine Schlammlawine nach einem Dammbruch über eine Kleinstadt hinweg und kostete mehr als hundert Menschen das Leben. So kalt wie am Anfang des Jahres blieb es allerdings nicht. 2019 gilt als drittwärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Juli wurde sogar mit 42,6 Grad der Hitzerekord in Deutschland gebrochen. Doch nicht nur in Deutschland wurde es heiß, besonders Brasilien hatte im August mit der Hitze zu kämpfen. Die Brände im Amazonas Regenwald nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 85% zu. Nur im August wurden mehr als 2500 Brände im Amazonas Regenwald registriert und nur innerhalb von 5 Tagen sind 471.000 Hektar Wald dem Feuer zum Opfer gefallen. Während sich die Lage im Amazonas wieder etwas beruhigt hat, kämpfen im Südosten Australien hunderte Feuerwehrleute gegen die anhaltenden Buschbrände an. Bei den diesjährigen Feuern wurde schätzungsweise bereits 30% des Lebensraums der Koalas ausgelöscht, neun Menschen kamen ums Leben und tausende Häuser wurden zerstört. Während Australien mit der trockenen Hitze zu kämpfen hat, wurde Venedig den Wassermassen nicht mehr Herr. Im November wurde die Stadt erneut überschwemmt. In Neuseeland kam es vor wenigen Wochen auf der Insel White Island zu einem Vulkanausbruch. Während des Unglücks befanden sich 47 Touristen auf der Insel. 20 Personen sind bei dem Ausbruch ums Leben gekommen. 25 werden aktuell noch im Krankenhaus behandelt. Neben den tragischen Naturkatastrophen zeigte sich die Natur aber auch von ihrer schönen Seite. Im Januar ließ sich der Blutmond von Deutschland aus betrachten.

2019 war ein Jahr der Unzufriedenheit und der Demonstrationen. Im Februar kam es in Venezuela an den Grenzen zu Ausschreitungen. Mehrere Menschen starben bei Straßenkämpfen. Die Bevölkerung demonstrierte wegen der wenigen Arbeitsplätze im Land und dem zunehmenden Hunger. In Hongkong gibt es seit Juni regelmäßig Demonstrationen für die Einhaltung der Menschenrechte. Dabei kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrierenden und der Polizei. Seit Beginn der Proteste wurden mehr als 6000 Personen festgenommen. In Chile kam es im Oktober ebenfalls zu Protesten mit Todesfolge. Die Bevölkerung ging auf die Straße, da die Bahntickets teurer werden sollten, was für einen Großteil der Menschen in Chile finanziell nicht machbar ist. Weitestgehend friedlich verliefen die Globalen Klimastreiks an denen sich Menschen aus 160 Ländern beteiligt haben. Allein in Deutschland gingen im September mehr als 1,4 Millionen Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. Im September gewann Greta Thunberg mit ihrer Fridays for Future Aktion den Right Livelihood Award, der auch als alternativer Nobelpreis bekannt ist. Doch Greta Thunberg ist nicht die einzige Frau, die sich für ihre Erfolge feiern kann. Ursula von der Leyen ist als erste Frau ins Amt der EU- Kommissionspräsidentin gewählt worden.

In diesem Jahr gab es viele Momente die uns bewegt haben, darunter negative, aber auch positive. Im Februar zum Beispiel verstarb der Modeschöpfer Karl Lagerfeld im Alter von 85 Jahren in einem Pariser Krankenhaus. Geboren wurden hingegen im September die Panda Zwillinge Meng Xiang und Meng Yuan im Berliner Zoo. Im November konnten wir auf 30 Jahre Mauerfall zurückblicken und im August darauf, wie der Franzose Franky Zapata in nur 22 Minuten mit seiner Erfindung dem Flyboard den Ärmelkanal überquerte. Auf der Suche nach neuen spektakulären Urlaubszielen standen die Menschen am Mount Everest Schlange, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen und im Juni wurde in Deutschland das neue Fortbewegungsmittel, der E-Scooter, zugelassen.

Über 250 Menschen kamen über Ostern bei mehren Anschlägen in Sri Lanka ums Leben. Der IS bekannte sich dazu, mehrere Hotels und Kirchen angegriffen zu haben. Im März starben 51 Personen bei einem Angriff auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch. Täter war ein Australien stammender Rechtsterrorist, der sich Anders Breivik zum Vorbild genommen hatte. Auch in Deutschland kam es im Oktober zu einem rechtsradikalen Anschlag. In Halle wurden zwei Passanten vor einer Synagoge erschossen. Ziel des Attentäters war es ursprünglich sich Zutritt zur Synagoge zu verschaffen und die betenden Juden am Jon Kippur, dem höchsten Jüdischen Feiertag, zu ermorden. Dies gelang ihm nicht und er wurde von der Polizei festgenommen. Im Juni wurde der CDU-Politiker Walter Lübke vor seiner Haustür in den Kopf geschossen und damit getötet. Er setzte sich 2015 stark für Flüchtlinge ein, was ihm in diesem Jahr zum Verhängnis wurde.

Es gab einiges in diesem Jahr, dass uns sehr betroffen hat. Besonders das Feuer, dass im April einen Großteil der berühmten Kathedrale Notre-Dame zerstört hat, hat viele Menschen berührt. Vermutlich hatte ein Kurzschluss den Brand im Dachstuhl ausgelöst. Schockiert waren im November auch die Menschen in Dresden. In nur einer Nacht wurden drei Juwelen Garnituren aus dem grünen Gewölbe gestohlen. Die Täter verschafften sich über ein Fenster Zutritt zu dem Residenzschloss und schlugen die Vitrinen mit einer Axt ein. Bislang konnten die Täter nicht geschnappt werden.