Unglaubliche Erlebnisse in der Bahn

Foto: Gökmen Egritepe // Radio Hitwave

Zug kommt zu spät, Zug fällt aus, Zug kommt auf einem anderen Gleis. Das kann ja jeder! Unsere Reporterin Jasmin Schumacher fährt täglich mit der Bahn und berichtet von ihren Erlebnissen.

Täglich pendel ich mit der Deutschen Bahn, jeweils acht Minuten pro Fahrt. Das macht im Monat viele Stunden, in denen man so einiges erlebt. Erst am vergangenen Freitag setzte sich auf halber Strecke ein Mann neben mich. Er fragte: ,,Kann ich an die Steckdose?“. Verwundert, dass der Zug Steckdosen hat, machte ich den Platz frei um zu sehen, wie der Mann sein Käsefondue auspackt und sich Weintrauben mit Käse macht (um sieben Uhr morgens!). Das schlimmste an der Situation: Das ist noch nicht das skurrilste Essen eines Fahrgastes. Einmal packte jemand neben mir eine Tiefkühl-Lasagne aus und aß sie, als sei es ein Eis am Stiel. Ebenfalls unvergessen bleibt eine Frau, die ich nur die ,,Starbucks-Frau“ nenne. Jeden Tag sitzen wir morgens im gleichen Zug. Eines Morgens brachte sie mir einen doppelten Kaffee von Starbucks mit, weil sie fand, dass ich morgens immer müde aussehe.

Auch ein Klassiker: Ausreden in der Fahrkartenkontrolle. Dabei bleibt mir ein kleines Kind wohl auf ewig in Erinnerung. Anstelle einer Fahrkarte gab sie dem Kontrolleur ein Kaugummi, das würde er dringender brauchen als ihr Ticket.

Mindestens genauso genial war der vergangene Montag, an dem mein Zug um 7 Uhr wegen technischen Störungen um 16 Uhr, als meine Schule vorbei war, immer noch am Gleis stand. Die Störungen waren gerade behoben, als ich am Bahnhof ankam. Als hätte der Zug auf mich gewartet. Manchmal hat die Bahn also doch etwas Gutes.