Lernen von zu Hause – Erfahrungen unserer Reporterin

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Endlich sind Osterferien. Aufgrund der deutschlandweiten Schulschließungen bemerkt man die allerdings kaum. Unsere Reporterin Jasmin Schumacher ist Schülerin der elften Klasse und musste in den letzten Wochen von zu Hause aus lernen. ,,Homeschooling“ nennen es die Lehrer, Schüler sagen eher: ,,Ausschlafen“ dazu. Wären da nicht diese Skype Konferenzen, an denen man unbedingt teilnehmen muss. Jasmin berichtet aus ihrem Alltag.

Jeden Freitag steht bei mir um 8 Uhr morgens Mathe an. Das ist schon zu Schulzeiten Horror, doch zu Hause noch schlimmer. Ich quäle mich also 90 Minuten durch eine Unterrichtsstunde, von der ich sowieso nur die Hälfte mitbekomme, da die Internetverbindung immer mal wieder ausfällt. Danach geht es erstmal wieder ins Bett. Einen Wecker gibt es im Homeschooling schließlich nicht. Immer wieder erwische ich mich selbst dabei, wie ich den Tag verschlafe und dann spät abends panisch anfange zu lernen, weil ich noch nichts geschafft habe. Praktisch, wenn dann die Lehrer alle Aufgaben gleich zusammen mit den Lösungen hochladen, damit man sie selbst korrigieren kann. Schnell noch alles ausdrucken und dann geht es wieder ins Bett.

Rund 170 Blätter habe ich in den letzten Tagen schon gedruckt und so langsam geht mir das Papier aus. Irgendwann dann der Sinneswandel: Nach der ersten Woche sind plötzlich viele Leute schon um sieben Uhr online und dabei, die Aufgaben zu erledigen. Ohne den Lärm in der Klasse zu lernen, ist wesentlich angenehmer und ein Erklärvideo von Youtube manchmal sogar lehrreicher als eine lange Unterrichtsstunde. Nach nur sechs Stunden konzentriertem Arbeiten und ganz viel Kaffee ist man dann durch mit dem Stoff eines acht oder zehn Stunden Schultags. Für mich persönlich ist Homeschooling auf Dauer keine Alternative zum regulären Schulunterricht, doch nach einer kurzen Gewöhnungsphase auf jeden Fall eine gelungene Abwechslung vom tristen Schulalltag.