Diskussion um Wählen ab 16 Jahren

Foto: Gökmen Egritepe / Radio Hitwave

Im nächsten Jahr sind wieder Bundestagswahlen und das hat Grund zu Diskussionen. Denn mehrere Politiker fordern ein Wahlrecht ab 16 Jahren. Vor fünfzig Jahren wurde das Wahlrecht von 21 auf 18 Jahre gesenkt. Nun drängt Bundesfamilien- und Jugendministerin Giffey auf eine weitere Herabsetzung. Sie sei davon überzeugt, dass junge Leute mit 16 sehr wohl Wählen könnten. Die SPD fordert die Absenkung für alle Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen. Auch Grünen Chef Habeck findet die Senkung des Wahlalters sinnvoll: „Wir leben in einer Zeit, in der die Mündigkeit der jungen Generation schon viel früher einsetzt. Es wäre schön, wenn der Gesetzgeber das sehen könnte und nachziehen würde.“, sagte er.

Dagegen zeigte sich CSU-Generalsekretär Blume skeptisch. Er findet, dass sich die Koppelung von Wahlrecht und Volljährigkeit gut bewährt hat. Die Skepsis könnte auch daran liegen, dass die Union bei jüngeren Wählern nicht so oft gewählt wurde als bei älteren. Das war vor allem im Alter von 18 bis 29 Jahren der Fall. Auch die SPD bekam das in den vergangenen Jahren zu spüren. Dagegen haben bei der Europawahl 2019 insbesondere die Grünen, FDP und Linke viele Stimmen von jüngeren bekommen. 

In den letzten Jahren, in denen eine Senkung des Wahlalters auch öfters Thema war, wurde dies aber abgelehnt. Damals wurde noch gesagt, dass 16-Jährige noch nicht die notwendige Reife für das Wählen hätten. Außerdem würden Jugendliche sich leichter von Eltern, Vorbildern oder Altersgenossen manipulieren lassen. Zudem seien Jugendliche oft Infos aus sozialen Medien ausgesetzt. Ihnen würde es schwerfallen, zwischen Fake-News und Fakten zu unterscheiden.