Wälder in Deutschland sind stark bedroht

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Momentan erleben wir eine schwere Waldschäden-Situation, wie es sie seit 200 Jahren nicht mehr gab. Die Schäden in den deutschen Wäldern haben nach einer Einschätzung von Experten ein historisches Ausmaß erreicht. Sie seien seit Beginn der geregelten nachhaltigen Waldbetreuung und Waldbewirtschaftung noch nie so groß gewesen, so Waldschutz Professor Michael Müller von der TU Dresden.

Der Auslöser für diese Schäden sind immer mehr Stürme, die Massenvermehrung von laub- und nadelfressenden Insekten sowie die immer trockeneren Jahre. Die Schäden belaufen sich auf eine Fläche von 245.000 Hektar, das ist fast so groß wie das Saarland mit mehr als 160 Kubikmeter Schadholz.

Bis der Boden sich von den Schäden erholt hat, können rund 100 Jahre vergehen. Auch ein Waldumbau dauert etwa 50 Jahre, bis er komplett abgeschlossen ist. Hinzu kommt, dass das Ganze ziemlich teuer ist. So stellen Bund und Länder in den nächsten kommenden vier Jahren fast 800 Millionen Euro zusätzlich bereit.

Besonders schlimm trifft es Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Besonders in vielen  Gebieten, wo Touristen hinreisen, um die Natur zu genießen, werden sie häufig mit erheblichen Waldschäden enttäuscht.

Neben der Klimaanpassung bestehender Wälder und dem Aufforsten von Mischwäldern müsse man sich mehr denn je zuvor um eine pflegliche Waldbehandlung kümmern, sagte Andreas Bitter, der an der TU Dresden Professor für Forsteinrichtung ist. Das bedeutet vor allem, den Boden zu schützen, beispielsweise durch das Regeln für den Einsatz von Maschinen, sodass weniger zum Einsatz kommen.