Immer neue Opfer nach Katastrophe in Beirut

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Die Katastrophe von Beirut hat den gesamten Libanon in einen Schockzustand versetzt. Während die einen trauern, räumen die anderen bereits die Straßen auf und verarbeiten das Gesehene. Immer lauter werden die Forderungen nach einer lückenlosen Aufklärung der Explosion.

2.750 Tonnen Ammoniumnitrat lagerten im Hafen von Beirut und sind vermutlich für die Explosion verantwortlich. Sie waren vor mehreren Jahren beschlagnahmt worden. Eine sichere Einlagerung des Sprengstoffes blieb aus. Da noch nicht abschließend geklärt ist, wodurch das Material zur Explosion gebracht wurde, ist menschliches Einwirken nicht auszuschließen. Donald Trump sprach zweitweise von einem Terroranschlag, relativierte diese Aussage jedoch kurze Zeit später.

Zu den Folgen der Katastrophe ist bekannt, dass im Umkreis von 20 Kilometern alle Gebäude unbewohnbar sind. Es gibt mehr als 5.000 Verletzte, 130 Tote, darunter auch eine Deutsche. Sachschäden sind mit mehr als zwei Milliarden Euro bemessen, fallen angesichts der Zerstörung laut Experten aber noch höher aus.

Die 16 festgenommenen Hafenmitarbeiter können für die Schäden wohl kaum aufkommen, sind aber ein Hoffnungsschimmer für die Bewohner des Libanon, dass die Schuldigen gefunden und bestraft werden. Die Regierung erhofft sich von ihnen neue Informationen.

Aktuell ist für Beirut der Notstand ausgerufen. Frankreich sagte eine zeitnahe Geberkonferenz zu, um Geld für Medikamente zu sammeln. In der Zwischenzeit helfen sich die Zivilisten gegenseitig. Der von Korruption geplagte Staat ist kaum in der Lage, humanitäre Hilfe zu leisten. Mediziner, auch aus Deutschland, unterstützen die Krankenhäuser vor Ort, suchen gleichzeitig aber auch weiter nach Verletzten. Eine Explosion, die wenige Minuten dauerte, wird den Libanon noch für Jahre prägen.