Proteste in Belarus halten an

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Belarus wird oft als die ,,letzte Diktatur Europas“ bezeichnet. Aktuell macht Präsident Lukaschenko diesem Namen alle Ehre. Bei den vergangenen Wahlen sprach er sich selbst ein Ergebnis von 80% zu, welches jedoch weder von den Menschen im Land, noch von den Regierungschefs im Ausland anerkannt wird. Deutschland prüft bereits Sanktionen wegen Wahlbetrugs. Die Oppositionsführerin und Herausforderin Lukaschenkos, Swetlana Tichanowskaja musste derweil ins Exil flüchten, um einer Verhaftung zu entgehen. Ihr Mann wurde bereits festgenommen. Tichanowskaja sagt, sie sei angesichts der anhaltenden Proteste bereit, bis zu offiziellen Neuwahlen eine Übergangsregierung zu stellen. Mit den wütenden Demonstranten solidarisiert sie sich und verurteilt die aktuelle Polizeigewalt scharf.
Bei den Protesten ist bereits ein Mensch ums Leben gekommen, hunderte sind verletzt oder sogar verschwunden. Angesichts dieser Tatsachen legen nun auch immer mehr Staatsbetriebe ihre Arbeit nieder. Sie hoffen, durch die wirtschaftlichen Folgen der Streiks ihren Präsidenten zur Aufgabe seines Amtes bewegen zu können. Dieser zeigt sich jedoch aktuell vermehrt in den Medien, um zu betonen, dass er sich nicht umstimmen lasse. Auf die Vorwürfe reagiert er mit Androhung von Prügel oder Verhaftung, dennoch schweigen die Menschen nicht. Belarus wird erst dann zur Ruhe kommen, wenn sich die Führung des Landes ändert, darin sind sich internationale Experten sicher.