Wohin mit dem Endlager für Atommüll?

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1900 Behälter mit strahlendem Material aus deutschen Atomkraftwerken suchen eine Bleibe – und das für die nächsten eine Millionen Jahre. Bisher gibt es in ganz Deutschland noch kein einziges Endlager für Atommüll, so dass die Kraftwerke diesen bei sich selbst zwischenlagern müssen. Eine Dauerlösung ist das allerdings nicht, kritisieren die Unternehmen. Zuletzt war der Salzstock Gorleben in Niedersachsen immer wieder als mögliche Lagerstätte im Gespräch. Dieser wurde nun jedoch durch ein neues Gutachten für unpassend deklariert. Beobachter kritisieren, die Entscheidung sei politisch gewesen. Fest steht, dass nun eine neue Perspektive her muss. Aktuell gelten 90 Gebiete in ganz Deutschland als geologisch geeignet, darunter ein Großteil Brandenburgs. Voraussetzung sind stabile Gesteinsschichten, da die Behälter mindestens 300 Meter unter der Erdoberfläche gelagert werden, um jegliche Gefahr auszuschließen. Trotz Sicherheitsvorkehrungen: Eine derartige Lagerstädte möchte niemand vor der Tür habe. Bayern kündigte bereits an, das Auswahlverfahren schärfer in den Blick zu nehmen und äußerte Zweifel an den Vergabekriterien. Die Regierung hier hatte es sich damals zum Ziel gemacht, ein Endlager in ihrem Freistaat zu verhindern. Politiker anderer Parteien appellieren an Markus Söder, offen zu sein und die Wissenschaft entscheiden zu lassen. Nach einer weiteren Eingrenzung der Gebiete in der nahen Zukunft, wird die endgültige Entscheidung 2031 erwartet. Bereits 2022 soll aber das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen.

Ein Konflikt um das Thema, auf Bundesebene, aber auch in den Kommunen, die für die Lagerung in Frage kommen, ist so gut wie vorprogrammiert. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mahnt zu diesem Zeitpunkt aber vor voreiligen Reaktionen. Die 90 Regionen entstammen lediglich einem Zwischenbericht, der noch eine geringe Aussagekraft aufweist. Es sei damit zu rechnen, dass viele Regionen nach näherer Betrachtung wegen geologischer Mängel nachträglich aus dem Ausfallverfahren fallen.