Heil fordert Recht auf Homeoffice

Foto: Joceline Grotefels / Radio Hitwave

Die Corona-Krise offenbart die Schwachstellen im System. Das gilt sowohl für den Bereich der Pflege, der Digitalisierung an Schulen oder auch den Arbeitsschutz. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Das Modell Home-Office. Während vor der Pandemie die Arbeitgeber Faulheit und Ablenkung bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden fürchteten, zeichnete die Realität ein anderes Bild. In wenigen Tagen wurden Skype Konferenzen eingerichtet und Sprechstunden telefonisch abgehalten. Oftmals arbeiteten die Beschäftigten sogar mehr und motivierter, wie zahlreiche Studien bestätigen. Ein möglicher Grund ist die bessere Vereinbarkeit von Job und Familie, die unter anderem auch Arbeitsminister Hubertus Heil von dem Konzept überzeugte. Er will nun auch über die Pandemie hinaus ein Recht auf Home Office gesetzlich einführen. Das ,,Mobile Arbeit“-Gesetz sichert allen Voll-Beschäftigten ein Recht auf Home-Office an 24 Tagen im Jahr zu. Dadurch sollen vor allem Frauen, die oft für die Kinderbetreung zuständig sind, auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen erhalten. Natürlich sind nicht alle Berufe für dieses Modell geeignet. Ein Bademeister kann beispielsweise nicht von zu Hause aus aufpassen und auch ein Frisör kann Haare nicht digital schneiden. In solchen Fällen kann der Arbeitgeber eine Ausnahme erwirken, bei der er aber konkrete Gründe angeben muss, wieso Home-Office für seine Arbeitnehmer nicht möglich ist. Der Gesetzesentwurf ist noch nicht vom Parlament bestätigt. Gewerkschaften fordern klare Arbeitsschutzmaßnahmen, beispielsweise eine Arbeitszeiterfassung und die Ausstattung mit digitalen Endgeräten, bevor sie ihr Okay geben.