Deal oder No-Deal? – Die aktuellen Brexit Gespräche

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Als Gesprächsstoff hat der Brexit seit der Corona-Pandemie endgültig ausgedient. Dennoch laufen hinter den Kulissen die Verhandlungen weiter. Am 01.01.2021 tritt Großbritannien aus der EU aus, denn dann endet die Übergangsfrist. Ob es bis zu diesem Stichtag einen Deal geben wird, weiß niemand. Boris Johnson fordert derweil in Brüssel umfassende Zugeständnisse beim Thema Freihandel mit Kanada und bei den Fischereirechten. Besonders das letzte Thema ist emotional aufgeladen. Die Existenzen tausender Fischer hängen von den Ergebnissen der Verhandlungen ab. Wenn europäische Fischer nicht mehr vor Großbritannien fischen dürfen, bricht ihre Lebensgrundlage vollends weg. Doch auch für Großbritannien steht viel auf dem Spiel. Ohne einen Deal könnte der Pfund an Wert verlieren und sich somit die Urlaube der Briten in Spanien oder Frankreich verteuern. Neue Einfuhrzölle zum Beispiel auf europäischen Wein wollen die Briten ebenfalls verhindern. Johnson droht aktuell auf der einen Seite mit einem Abbruch der Gespräche, andererseits setzt er immer neue Themen auf die Gesprächsliste. Selbst für Experten ist die aktuelle Lage kaum mehr zu überblicken. Hinzu kommt, dass die Krise die Verhandlungen erschwert. Immer mehr Gipfel müssen telefonisch stattfinden. Gleichzeitig steigen weltweit die Infektionszahlen, besonders stark auch in London. In ungefähr zwei Monaten muss also ein Deal stehen und die Pandemie wieder eingedämmt werden, sonst bricht das Chaos aus, befürchten Ökonomen. Gerade in einer Zeit, in der die EU Mitglieder aufeinander angewiesen sind, verabschiedet sich Großbritannien aus der Gemeinschaft. Viele Briten, die damals für den Brexit stimmten, denken daher heute anders. Die Aufbruchstimmung in Großbritannien ist einem Mix aus Enttäuschung und Angespanntheit gewichen, der laut englischen Medien jeden Moment zu explodieren droht.